Die Gartenkunst — 32.1919

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Blick über das Wasserbecken nach, der Orangerieterrasse.
Aus dem Körnerpark in Neukölln.

Der Körnerpark in Neukölln.

Von Dipl. Gartenmeister H. R. Küllenberg. Mit Abbildungen nach Aufnahmen des Verfassers.

Der inmitten der Stadt ge-
legene Park entstand in den
Jahren 1912 — 1916. DasPark-
gelände war ursprünglich Kies-
grube, später hatte der alte
Körner seinenEigengarten dort,
indem er seine stadtbekannten
riesigen Sonnenblumen heran-
zog. In der Mitte des Gartens
war ein Teich, von hohen Pap-
peln und Schilf umsäumt, eine
Insel, und da Körner ein eifriger
Sammler von Raritäten aus
aller Herren Länder war, gab es
auch sonst allerhand zu sehen.

1910 trat dann der alte Herr,
der durchaus kein schlechter Ge-
schäftsmann war, in Verkaufs-
verhandlungen mit der Stadt,
die schließlich dazu führten, daß
Körner im ganzen 819,9 Qu.-
Ruten an die Stadt abgab, von
denen 339,9 Qu.-Ruten zur An-
lage eines Parkes als Geschenk
gelten, der Rest von 480 Qu.-
Ruten mit 200000.— Mk. be-
zahlt werden sollten. Eine
Bedingung war dabei, daß
der zukünftige Park „Körner-

park“ heißen solle. Einschließ-
lich der entstandenen Un-
kosten betrug der Erwerbs-
preis 229154,55 Mk.

ZurVergrößerung der Park-
fläche wurden von angrenzen-
den Anliegern, die zum Teil
das zu ihren Grundstücken
gehörige Straßenland unent-
geltlich aufließen, dann noch
weitere 481,22 Qu.-Ruten
angekaufl, sodaß die ge-
samten Grunderwerbskosten
rund 735 000 Mk. erforderten.

Es war garnicht so leicht,
allen zuständigen Stellen klar
zu machen, daß die Tiefenlage
des Geländes beibehalten wer-
den und daß gerade dadurch
der Park seine besondere Note
im Stadtbild erhalten müsse.
Wurden doch Stimmen laut, die
glaubten, durch Ausfällen des
Geländes mit Bauschutt gegen
Bezahlung die ganzen Anlage-
kosten herauswirtschaften zu
können.

Erst nachdem mehrere Mo-
delle die Vorzüge einer solchen

Alte Plastik aus dem Körnerpark in
Neukölln.

Gartenkunst Nr. 3, 1919.

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