Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 22.1924

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das Innere der Krümme einnehmende Gruppe des
guten Hirten mit zwei Schafen zur Seite sich er-
hebt. Die weißsilbernen Spitzrautenfelder der Knauf-
wände sind mit hellvioletten muggelig geschliffe-
nen Amethisten in Kabochonfassung mit Filigran-
reifen besetzt, während die vergoldeten Zwickel-
felder mit plastischen Weinträubchen und Ähren
belegt sind. Das mittelste enthält, wie auf der
Abbildung zu ersehen, das Signum Christi aus-
geschnitten in blankem Silber auf vergoldetem
Grunde. Die Schmiede-, Guß- und Juwelierarbeit

des Hirtenstabes zeigt das Handwerk auf seiner
Höhe, was bei den Schöpfungen Wilms, Lehrers
für Goldschmiedekunst am Kunstgewerbemuseum,
nicht anders zu erwarten ist. Auf die weiteren
Einzelheiten, auf das Kreuz und den Ring, müssen
wir uns versagen näher einzugehen.

Nicht genug können die Freunde moderner
kirchlicher Kunst der Geistlichkeit der Hedwigs-
kirche dafür dankbar sein, daß sie durch ihr Ein-
treten für die Sache das Zustandekommen dieser
Werke auf Berliner Boden ermöglicht hat.

JOSEPH WILM, BERLINER BISCHOFSSTAB. SILBER

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