Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — 2.1886

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Seit längerer Zeit pflegt die königl. Por-
zellanmanufaktur zu Berlin alljährlich in einer
Ausstellung Rechenschaft abzulegen über ihre
Thätigkeit in dem verflossenen Jahre und so
die Fortschritte in ihren Leistungen in technischer
und kiinstlerischer Hinsicht weiteren Kreisen
vor Augen zu führen. Der Umfang dieser
Ausstellungen war meift ein beschränkter,
ihrem Zweck entsprechend. Jn diesem Früh-
jahr ließen Erwägungen mannigfacher Art
die Ausdehnung der Ausstellung wünschens-
wert erscheinen: es soll in ihr ein Bild der
Thätigkeit des Jnstituts gegeben
und gezeigt werden, „welche De-
korations- und Fabrikationsmetho-
den hauptsächlich während der letz-
ten 4H2 Jahre (seit dem Tode

des letzten Direktors, Geheimrats Möller) ange-
wendet und welche Fortschritte in technischer und
künstlerischer Beziehung gemacht worden sind".
Zu leichterer Orientirung ist von der Direktion
ein kurzer Bericht ausgegeben, welcher in knapper
Form auch einige statistische Nachweise enthält.

Die königl. Porzellanmanufaktur zu Berlin
nimmt unter den großen Staatsmanufakturen
eine besondere Stellung ein. Während Sovres
lediglich für den Staat arbeitet, alle Kräfte an
die Erreichung höchster künstlerischer Vollendung
setzt ganz ohne Rücksicht auf die aufgewandten
Mittel und so gnt wie gar keine
Ware verkauft, ist Meißen all-
mählich dahin gelangt, lediglich
für den Verkauf zu arbeiten —
wobei denn allerdings die Qua-
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