Der Sturm: Monatsschrift für Kultur und die Künste — 18.1927-1928

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Erich Arendt
Gedichte
Die Mutter würgt die blassen Augen
Sonne stürzt
Du Kindeshaupt
der Menschen Wunden schreien Erde
rachen auf
blüht der Gewitterblume
Gerippe
weißer Sturm
greift
ins Gräberlachen Hände,
Düstern schlingt der Schein
und Spensten ästen
hängt tot ein blindenblejcher Mund
rippen Fische Schatten
stachelt Flammen
glistern Blätter
hascht Schattensang
y keucht Flattern
Vögel
Blitz
und
knochenraschelnd
stürzt die Sonne
der Augen Dämmeratem röcheln
wildes Schilf
und
Flüstern stemmt
f und

auf und nieder kletterhasten Sternenfüße
Sensen dürsten Korngewoge lungen
der Menschenblicke dunkle Knospenhälse
wühlt
keuchverschatt&t hagrer Hütten wind
äugen lugen klagge|brochen
spalten Stirn
die Tiere, schälen Schieferwind
rostfressen Nägelblüten
o Mütterblut des Leibes bittre Frucht
welkt Glockenkranz
im Hügelstaub der Tränen
Kinderlippen Puppenwinken
bleichzerweint
der Küsse spreuverlornen Steinen
Wandern äschert
auf das bleichgestreifte Haar
die dünnen Krallen
blütenhorn Gebirge
irrt Vergessen
mondgefetzten Weg
Steinwunden ringen Händechöre
Du schwarzer Sarg
Glas bricht das spröde Licht
Kreuze morden Sonnen
Narben spalten
und schwanken Blitze kahle Felsen
Das Leid hebt schreckverstört die blasse Hand
und sinkt
zur Mutter
Erde
Die Wälder runzeln himmelwelk
den Blick
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