Der Sturm: Monatsschrift für Kultur und die Künste — 18.1927-1928

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Gedichte / Erich Arendt
Folterung
Szänto und Genossen
Schrecke zögern
Taumeln peitschen brach
Das
Dunkel
Aus der Wand gesträubte Glieder
Die gepreßten Lippen
Beißen
Kahles Fesseln Blut
Da
Peitschen
Schläge
Peitschen Wunden
Schleift
Des Knirschens Blei den Gang
Und wälzt verzuckend sich
Am Boden
Das Messer steckt
Am Kopf
Des
Lichts
Und Ducken wirft sich auf
Entblößten Leibes
Zäher Rumpf
Zum
Schreien eng
Und blutgebissen Stumpf
Des Zuckens Untier
Roh wühlt das Klirren
Angst
Hrtzt henkerwild entlang
Die weißerwürgten Augen
Morden 1
Die Scheiben knicken
Blut
Licht erfüllt den Raum
Erstickt
Des Grauens voller Mund 1

Dirnengang
Dämmerung
Zerkeimt die Helle
Lüsteln
Trippt und lungert
Glimmen Schiele
Knöchern
Schlüpfen
Blinze Tode
Luren
Geile Augenlider
Schenkeln
Winkelmord die Gassen
Stöhnen
Qualen
Blinze tasten
Aus den Spalten
Luren gleiten knüpfen Blicke
Kauern würgend
Sticken
Fallen
Sterne Steinen
In aufgescheuchter Angst
Flieht
Umspannt die Hand ein Schatten
Du!
Die Knochenweiße
Ringt
Heran
Blind leckt zerschrieen ein Ruf!
Feuchten fastelt
Schnappt den Schlitz
Den schlitzen Schlitz
Streifen steift
Und atmet
Stockt
Du!
Und
Tappt
An uns vorüber! —

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