Zeitschrift für christliche Kunst — 21.1908

Page: 263-264
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/zchk1908/0152
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
263

1908. — ZEITSCHRIFT FÜR CHRISTLICHE KUNST — Nr. 9.

264

Die Signierungsweise des Meisters von Meßkirch.

(Mit 2 Abbildungen.)

n den „Historisch-politischen Blät-
tern" (Heft 6) habe ich vor kurzem
den Namen des Meisters von
==] Meßkirch, dieses bedeutendsten
Farbentechnikers der Dürer-Schule, bekannt
gegeben: er lautet Jerg Ziegler. Da meine in
Aussicht gestellte Publikation wegen einiger

Geständnis machen, daß ich kein einziges
Hauptbild des genannten Meisters
gefunden habe, das nicht gezeichnet
wäre".

„Da ist zunächst das einstige Hochaltarbild
der Martinuskirche der Stadt, die unserem
Künstler den Namen gegeben, das bekannte

'







<





%

•*•'Vi '

«••*«.



■**-*. ■ -ir:.^ M*''"

- 0 .

J

1





äußerer Schwierigkeiten doch wohl in diesem
Jahre nicht mehr erscheinen dürfte, so gebe
ich hier erst einmal einen Beweis für meine
Behauptung. Zunächst will ich hier einen
Abschnitt aus meinem Essai wiederholen:
„Es ist unter Kunsthistorikern eine ausgemachte
Tatsache, daß die Werke des Meisters von
Meßkirch kein Zeichen eines persönlichen
Musterschutzes tragen. Diese Meinung beruht
auf einer mangelhaften Untersuchung der
Bilder: ich kann im Gegenteil das angenehme

Dreikönigsbild, seit der Restauration der Kirche
(1772/73) und der Zerstörung eines der schönsten
Flügelaltäre des Schwabenlandes auf einen
Seitenaltar der Nordwand degradiert; es trägt
rechts in der Ecke auf einem im Grase liegen-
den Steinchen (d. h. auf einem gelbbraunen
auf die fertigen Grasbüschel nachträglich auf-
geschmierten Flecken, der die noch nicht
trockenen Grasstriche verwischte) das große
(d. h. etwa 8/4 cm hohe) und deutliche, bisher
unbeachtete Monogramm J (braun in braun
loading ...