Ness, Wolfgang [Hrsg.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 10, Teil 1): Stadt Hannover — Braunschweig, 1983

Seite: 82
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Neues Rathaus, 1901—13, Architekt Eggert, Grundriß

Königsworther Platz 1, Continental-Verwaltungs-
bau, 1952-53


Neues Rathaus, Nordseite zum Friedrichswall


Goseriede, Gänselieselbrunnen, 1897,
C. Dopmeyer


von Carl Dopmeyer geschaffene Gänseliesel-
brunnen. In dem vierpaßförmigen Brunnen-
becken erhebt sich ein Schaft mit Jagdre-
liefs und vollplastischen Vogeldarstellungen
als Wasserspeier, auf dem die Bronzefigur
der Gänsehüterin steht.
Im Rahmen des Wiederaufbaus nach 1945
entstand 1952—53 am Königsworther Platz
(Nr. 1) als stadtbildprägender Bau das Con-
tinental-Verwaltungsgebäude nach Plänen
der Architekten Zinsser, Graubner und
Dierschke. Der fünfzehngeschossige Stahl-
skelettbau mit Werksteinverkleidung war zu
seiner Zeit der höchste Nachkriegsbau der
Bundesrepublik.
DIE BEBAUUNG DER AEGIDIEN-
MASCH
Seit längerer Zeit waren für das häufig durch
Hochwasser überschwemmte Gebiet der
Aegidienmasch Ideen und Pläne entwickelt
worden, diesen Bereich einer städtebaulich
sinnvollen Nutzung zuzuführen. Im Zusam-
menhang mit dem notwendig gewordenen
Neubau eines Rathauses und des Provinzial-
museums (vgl. 03 Südstadt) entwickelte die
Stadt im Jahre 1895 einen Bebauungsplan
für das Gebiet zwischen dem Friedrichswall,
der Leine und dem heutigen Maschseenord-
ufer.
Im Bebauungsplanbereich war vorgesehen,
das Rathaus in die Nähe des Friedrichswalls
zu setzen, um eine Beziehung zur Innenstadt
herzustellen. Unter baulicher Einbindungdes
1886/89 gebauten Kestner-Museums sollte
die südliche Umgebung in eine Parkland-
schaft mit zwei Seen umgestaltet werden.
Zur Ausführung dieser Pläne wurden für das
Rathaus und das Provinzialmuseum Wettbe-
werbe ausgeschrieben. Die Gestaltung der
Grünanlagen führte Gartendirektor Trip
durch, zu dessen Ehren des 1910 von Her-
ting entworfene Denkmal im Maschpark
errichtet wurde.
Der heutige Standort des Rathauses ent-
spricht der im damaligen Bebauungsplan
festgelegten Lage. Die vorgesehene enge An-
bindung an die Altstadt, die durch einen
Straßendurchbruch erfolgen sollte, konnte
jedoch nicht hergestellt werden. Durch den
stark befahrenen Friedrichswall ist eine deut-
liche Barriere vorhanden. Die ehemalige
Grünanlage vor dem Rathaus, der heutige
Trammplatz, wurde 1961 zu einem Archi-
tekturplatz umgestaltet: Es entstand ein ge-
pflasteter, tiefer gelegener Bereich, der durch
Bäume, Pflanzenbeete und die Plastiken von
Moritz Gagger (Bogenschütze, 1939) und
Eugene Dordeigne (Die Große Familie) auf-
gelockert ist. Den westlichen Platzabschluß
bildet das Kestner-Museum, das 1958—1961
nach Kriegszerstörung neu aufgebaut wurde.
Im Inneren ist die Front des alten Museums
von 1886/89 erhalten. Das ehemalige Pen-
dant des Museums auf der Ostseite des
Trammplatzes, das als Stadtbauamt gemein-
sam mit dem Rathaus entstand, wurde nach
der Zerstörung nicht wieder aufgebaut. Eine
enge Verbindung geht die Südseite des Rat-
hauses mit dem anschließenden Maschpark
ein. Eine terrassierte Treppenanlage führt
vom Erdgeschoß über einen ovalen freien
Platz zum großen See des Parks hinunter.

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