Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 24.1913

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INNEN-DEKORATION

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architekten m. kammerer u. c. witzmann-wien durchblick durch die halle zum musikzimmer

Entwürfen von Arch. H. Bolek—Wien ausgeführt; die
übrigen Räume des Obergeschosses, Kinderzimmer,
Schulzimmer, Badezimmer, sind einfach und zweckmäßig
gehalten, im zweiten Stock sind Waschküche, Bügelzim-
mer, sowie ein großes Turnzimmer für die Kinder unter-
gebracht, im Kellergeschoß die Räume sowie Badezim-
mer für das Personal, Heizung, Vakuum-Anlage usw. Über
den mit weißen Platten belegten, von Bäumen umgrenzten
Hof führt der Weg zur Garage; auch ein Hühnerhaus
findet sich vor. — So fehlt nichts in der Gesamtanlage
des Hauses, um diese moderne Wohnstätte zu einem
Organismus zu machen, in dem die Vereinigung der künst-
lerischen und technischen Errungenschaften der Neuzeit
einen vollendeten Wohnkomfort erzielt. Der Abglanz
des heiteren, lebensfreudigen Elementes dieser von echt
künstlerischem Geiste geschaffenen und vortrefflichstem
kunsthandwerklichen Können ausgeführten Räume spie-
gelt sich täglich im Leben der zahlreichen Familie des
Hauses die den Künstlern wie den Ausführenden an
dieser Stelle ihren aufrichtigen Dank zum Ausdruck
bringen möchten. — Frau florica b. assan-bukarest.

*

Wer die ernste Kunst seiner Zeit nicht achtet, der
kennt seine Zeit nicht, der verdient nicht, daß
er in ihr lebt. — Alfred hagelstange.

VON DER KUNST U. DEN MENSCHEN

\ Ton der Wohnung muß die Gesundung unseres Kunst-
v gewissens ausgehen, wer bei der Kunst nicht mit sich
und seiner Umgebung beginnt, in dessen Mund ist Kunst-
begeisterung Phrase. — otto march-charlottenburg.

*

Alles Neue in der Kunst wird als ein Ärgernis geboren;

als ein Ärgernis, das den einsichtigen Kunstfreund
meist zu einer Art von Gewissenserforschung anregt,
während es den Philister nur zu einer Äußerung des Hoch-
mutes reizt. Denn es ist ein Kennzeichen des Philisters,
sagte der alte Thoma einmal, daß er nicht versteht, wie
es Dinge geben kann, die er nicht versteht. — Glück-
lich das Land und das Volk, das immer noch
Künstler gebiert, die vielen ein Ärgernis werden

als Herolde neuer Ge<spt7*» _

ucuer besetze. hagelstange.

*

^ch — die Menschen! Die nehmen die Dinge der
Kunst immer noch und immer als etwas Entbehr-
liches und Uberflüssiges ! Anstatt zu verstehen endlich,
dali sie da Letzte sind ihres ganzen Daseins! —Sie
reden von Kunst, wie von etwas, das ein eigenes Leben
für sich lebt — außerhalb des ihren! — Wie sie alles
auf allen Gebieten loslösen aus seinen Zusammenhängen,
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