Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 24.1913

Page: 283
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/innendekoration1913/0309
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
DIE KOCHANLAGE DER LANDES-HEIL- UND PFLEGE-ANSTALT

BEDBURG-CLEVE.

AUSGEFÜHRT VON GEBRÜDER ROEDER—DARMSTADT.

Die Heil- und Pflegeanstalt Bedburg-Cleve
wurde von der Rheinischen Provinzial-
verwaltung zur Fürsorge für das Irrenwesen
erbaut und im Jahre 1912 eröffnet. Die An-
stalt dient zur Aufnahme von 2200 Kranken,
welche 426 Beamte und Bedienstete erfordern
und stellt damit eine der umfangreichsten An-
stalten dar, welche jemals ausgeführt wurde.

Sämtliche Kranken und der größte Teil der
Bediensteten und Beamten erhält die Verpfle-
gung von einer Zentralküche. Diese Küche
ist wohl die größte in Deutschland und von
ihrem Umfang und ihrer Einrichtung kann sich
der L aie schwerlich einen Begriff machen. Als
wesentliche Gesichtspunkte für die Konstruktion
der Kochanlage galten: »Möglichste Betriebs-
sicherheit; einfachste Bed ienung, da letztere
vorwiegend von Kranken geschehen muß;
Wahrung der hygienischen Anforderungen und

Gewähr für gleichmäßige, schmackhafte Zube-
reitung der Speisen.« Um diese Aufgaben zu
erfüllen, galt es zunächst, die Küche geräumig,
hell und luftig zu gestalten. Der Raum hat
eine Länge von 20 m, eine Breite von 14 m
und eine Scheitelhöhe von 8,90 m. Fußboden
und Wände sind mit Platten belegt und es ist
für eine hinreichende Entwässerung des Bodens
und eine ausgezeichnete Ventilation Sorge ge-
tragen. Zur Herstellung der Speisen dienen
20 Dampfkochkessel von je 600 1 Inhalt, diese
Kessel sind zweckentsprechend in Gruppen
verteilt und zwar in der Mitte des Raumes
sind je 6 Kessel um Frischluftsäulen gruppiert,
die zur Bereitung von Suppe, Gemüse und
Fleisch dienen. Andere Gruppen von Kesseln
sind an den Wänden verteilt und dienen zum
Kochen von Milch und Kaffee. Die Kessel
sind sämtlich zum Kippen eingerichtet, haben
loading ...