Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 24.1913

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INNEN-DEKORATION

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ENTWURF: EDUARD PFEIFFER-MÜNCHEN. AUSF.: PÖSSENBACHER WERKSTATTEN-MÜNCHEN. SCHNITZEREI EIN. SCHRANKES

ETWAS ÜBER
DIE MODE

7 um Thema der
^ModeschreibtW.
v. Hörnigk im Jahre
1684: »Deutschland
hat zu seinem Scha-
den, O der großen
Raserey! Frembde
Kauffleut' eingela-
den, Daß es ja bald
Geldarm sei. Fremb-
de Waaren, welche
leyder! Bringen nichts
als frembde Kleider,
Machen unsere teut-
sche Welt, Reich
an Hoffart, Arm an
Geld«. W. v. Schrö-
der 1721 verdammt
die Mode und den
Luxus nicht, wenn
sie mit solchen Din-
gen getrieben wer-
den »welche das Land
Selbsten in seiner
Natur oder durch
Kunst und Fleiß
der Inwohner herf ür-
bringet«. J.v.Biele-
feld, im 18. Jahrhun-
dert, heißt denLuxus
durchaus gut, solange
durch ihn viele Leute
beschäftigt werden
und will ihn erst dann
durch Luxusgesetze

ED,

PFEIFFER. AUSF-: PÖSSENBACHER WERKSTÄTTEN. SCHRANK M. SCHNITZEREI dung

eingeschränkt wis-
sen, wenn er nicht
mehr durch die eigne
Industrie befriedigt
werden kann. J. H.
v. Justi äußert sich
ungefähr folgender-
maßen: »Ein Volk
das fleißig ist, und
alle Arten von Gü-
tern selbst gewinnt,
kann zur Hebung der
eigenen Industrie und
zur Mehrung des in-
neren Verbrauches
keine nützlichere Er-
findung haben, als
die Mode. Je mehr
Landeswaren ver-
braucht werden, de-
sto mehr Menschen
können sich mit Ge-
winnung und Verfer-
tigung derselben be-
schäftigen und er-
nähren. Allein eine
Nation muß selbst
die Erfinderin und
Beherrscherin in
der Mode sein,
weil es sonst zu sehr
in Abhängigkeit von
dem anderen Volke
gerät und seinem
Lande selbst eine
günstige Gelegenheit
zur Richtungs - Bil-
tzieht. E s

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