Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 24.1913

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INNEN-DEKORATION

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EINIGE WORTE ZUM NACHDENKEN

T^\as künstlerische Können, der sichere Geschmack
^ wird, wie im Beruf, so auch im Hause zu befriedigen-
der Freude, und solange die deutsche Hausfrau den
Einkäufer der deutschen Familie repräsentiert, solange
darf uns ihre geschmackliche Urteilsfähigkeit nicht be-
langlos erscheinen. — Man unterschätze auch nicht den
Einfluß des guten Geschmacks, des Unterscheidungsver-
mögens zwischen Schön und Unschön auf die Erziehung
der Kinder. Auch aus den Kindern werden Käufer,
und an dem Tag, an dem wir über ein Geschlecht von

Käufern verfügen, das ein gesundes Geschmacks-
vermögen sein eigen nennt, erscheint die große und
vielerörterte Frage: »Wie hilft man dem Handwerk auf?«
um vieles ihrer Lösung näher. — dir. h. eberhardt.

*

\\J ir wissen, daß gerade die gehaltvollsten Kunst-
werke im Kampf mit der noch widerspenstigen
Technik vollendet worden sind. Das Leben ist keine
glatte Bilanz zwischen Energiekapital und -verbrauch,
vielmehr bereichert gerade der Widerstand. Er
schafft oder entbindet erst die geheimen Energien des
Menschen, besonders des Künstlers. — o. h. Schmitz.

FERDINAND GÖTZ. SOFA - NISCHE IN EIN. BOUDOIR D. HOTEL CONTINENTAL-MÜNCHEN. AUSF.: KOHLBECKER & SOHN
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