Eckhardt, Anton [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (4,1): Bezirksamt Dingolfing — München, 1912

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I. B.-A. Dingolfing.

XXXVI b, 58 ff.) Dingolfing erhielt nunmehr ein eigenes Gericht, während das um
1240 verfaßte Urbar beispielsweise Marklkofen und Engelmannsberg noch unter dem
Amt Landau aufführt. (MB. XXXVIa, 28 ff., 496 ff.)
1331 teilten die drei niederbayerischen Herzoge. Stadt und Gericht Dingolfing
wurden Heinrich XV. dem Natternberger zugewiesen. Ein Jahr darauf wurde der
Vertrag wieder aufgehoben.
Nach dem Aussterben der niederbayerischen Linie im Jahre 1340 vereinigte
Ludwig der Bayer die beiden Länder wieder. Seine Söhne teilten 1353 Niederbayern
in die drei Linien Landshut, Burghausen und Straubing. Zu letzterer kam auch
Stadt, Gericht, Maut und Zoll Dingolfing.
Als der Straubinger Zweig 1425 ausstarb, wurde Dingolfing, die Stadt mit
Maut, Kasten und Landgericht, Ludwig dem Gebarteten von Bayern-Ingolstadt zu-
geteilt. Dieser lag im Streit mit Heinrich von Landshut, der 1446 Dingolfing ein-
nahm und nach Ludwigs Tod dessen Land vollends an sich riß. 1503 starb auch
seine Linie aus. Im darauffolgenden Landshuter Erbfolgekrieg wurden Teisbach und
Dingolfing von den pfälzischen Feldherren Rosenberg und Wißpeck besetzt. Schließlich
vereinigte Albrecht IV. Niederbayern wieder mit Oberbayern und machte durch das
Primogeniturgesetz den Teilungen ein Ende.
In der inneren Verwaltung traten jetzt an Stelle der alten Vitztumämter vier
Rentämter. Neben dem Gericht Dingolfing, das dem heutigen Bezirksamt an Um-
fang nahezu gleichkam, wurden nun auch Teisbach, dem von unserm Gebiet die
Orte Ober- und Niederviehbach, sowie Marklkofen angegliedert wurden, und Reisbach
mit dem einzigen Ort Freinberg selbständige Gerichtsbezirke und dem Rentamt
Landshut unterstellt. (G. Ferchl, Bayerische Behörden und Beamte 1550—1804,
Oberbayer. Archiv LIII, 1 und 2. — Wening III.) Das kleine Gericht Reisbach
wurde allerdings schon 1665 mit Dingolfing vereinigt. Auch das Gericht Landau
hatte im Norden und Süden geringen Anteil an unserem Gebiete.
Kein anderes Rentamt war mit so vielen Edelsitzen, bezw. Hofmarken vermengt
als gerade Landshut und speziell das Dingolfinger Land. Die bedeutenderen Adels-
geschlechter waren außer den schon genannten die Ecker von Lichteneck zu Markl-
kofen, die Stinglheim zu Thürnthenning und Weixhofen, die Pelkofen in Hackers-
kofen, Moosthenning und Mamming, die Romung von Romeck zu Tunzenberg, die
Seiboltsdorf, Schauenburg, Königsfeld, Sandizell, Lerchenfeld. Ein Geschlecht löste
das andere ab.
Im Dreißigjährigen Krieg blieb auch unser Bezirk nicht verschont. Die Stadt
Dingolfing war 1633—1634 ein Jahr lang von Bernhard von Weimar besetzt, 1648
die Stadt und Umgebung, so auch die Schlösser Hackerskofen, Moosthenning und
Warth, abermals von den Schweden besetzt und gebrandschatzt.
Der österreichische Erbfolgekrieg brachte neues Unheil. Im Mai 1743 ging
infolge der Belagerung ein großer Teil der Stadt Dingolfing in Flammen auf.
1799 wurden die alten Pfleggerichte aufgehoben und provisorische Landgerichte
gebildet, bis im Jahre 1803 auch die Landgerichte Dingolfing mit Reisbach und
Teisbach aufgelöst wurden. Das meiste davon fiel zum Landgericht Landau. In
das übrige teilten sich die Landgerichte Pfaffenberg, Vilsbiburg und Eggenfelden.
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