Eckhardt, Anton [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (4,1): Bezirksamt Dingolfing — München, 1912

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I. B.-A. Dingolfing.

Türme und
T ore.

Ehern, sog.
Schloß.

Geschichte.

12. Wollertor, heute Marienplatztor genannt. — 13. Ein mächtiger Turm befand sich
ehemals an der Nordostecke der Stadtmauer. Die Stadtmauer wurde an dieser Stelle
1896 niedergelegt. — 14. Grillenturm, auch Sallacherturm genannt. 1878 abgetragen.
— ig. Ehern. Bastion. — 16. Mauerturm beim Armenhaus. 1886 abgebrochen. —
17. Isartor. 1868 niedergelegt. —• 18. Schmiedturm. — 19. Storchenturm. 1818
halb abgetragen. 1860 mit Zinnen restauriert. 1906 Spitzhelm. (Vgl. Sixt, S. 176.)
— 20. Ehern. Turm beim Kellnerhaus. — 21. Ehern. Spitalhofturm. — 22. Ehern.
Wartturm beim Willmertinger. — 23. Hl. Geist- oder Stadtturm, östlich neben der
ehemaligen Franziskanerkirche. (Vgl. Fig. 14.) Er hatte nach Eberl, S. 29, vier
Ecktürme. (Vgl. die Abbildung bei Merian, Fig. 17.) 1682 abgebrochen bis auf
das Erdgeschoß, das als Sakristei der Franziskanerkirche verwendet wurde (vgl.
S. 32). — 24. Reiches Schultor, auch Reiserbogen genannt. Überbaut. Dort war
der Weiberarrest untergebracht. — 25. Ehern, »eisernes Törl«. — 26. Bogen am
Eisenbühl. 1894 niedergelegt. (Näheres über die Befestigung der Stadt bei Nuber,
Illustr. Beschr. der Stadt Dingolfing, Manuskript 1907, im Museum zu Dingolfing.
Dort auch Abb. von Nr. 5, 6, 8, 9, 10, 13, 17, 19, 26. —Vgl. auch Wening, Rent-
amt Landshut, Tafel 38 [Fig. 18]).
EHEMALIGES SOGEN. SCHLOSS, jetzt HUBERBRÄUKELLER.
VN 1,169. — Oberb. Archiv XXXIX, 212. — Oefele I, 705. — Stumpf I, 239. — Eberl,
S. 28, 4g ff., 56, nöf. Mit Ansicht, Beilage 5. — Lotz II, 96. — Sixt, S. 40,
208 ff. Mit Ansicht. — F. Nuber, Illustr. Beschreibung etc., Manuskript 1907. Mit
Ansicht. — Dehio, Handb. d. Kunstd. III, 93. — Ansicht in »Das Bayerland« 1906,
S. 319. — Ansicht bei Gustav Steinlein, München im 16. Jahrhundert, Zeitschrift
des bayer. Vereins f. Volkskunst u. Volkskde., e. V. in München, 1910, Tafel 30.
Geschichte. 774 Dingolvinga villa publica (M. Fastlinger, Karolingische
Pfalzen in Altbayern. In den Forschungen zur Geschichte Bayerns XII [1904],
234). 1231, nach der Zerstörung der Burg Teisbach, beginnt Herzog Otto II.
Burg und Stadt Dingolfing zu erbauen (Literaturangabe unter »Befestigung«,
S. 34f.). Der heutige Bau stammt aus dem ig. Jahrhundert. Die vom Jahre i4g2
an im Kr.-A. Landshut befindlichen Landshuter Rentmeisterrechnungen und die
Dingolfinger Kastenrechnungen (von igo2 an im Kr.-A. Landshut) enthalten mehr-
fach Einträge, die das »Schloß« betreffen. In diesen Rechnungen, die bis 1 gg9 bald
für das »Pfleghaus«, bald für den »Pfleg-« und »Kastenhof«, bald für den »Kasten«
Ausgaben anführen, sind die Bezeichnungen »Kastenhof« und »Pfleghof« wohl in
den meisten Fällen auf das sog. Schloß zu beziehen, das (bis 1603) Absteigequartier
der Herzoge war, aber teilweise schon um 1470 von den Pflegern bewohnt und benutzt
wurde. So »vermerkt« Herzog Georg dem Pfleger zu Dingolfing, Wolfgang Gumppen-
berger, i. J. 1480: »Item er hat auch sein behausung in unnserm haus zu Dingolfing,
als vor ein richter dar inn gehabt hat . . .« (Reichsarchiv München, Lit. des Ger.
Dingolfing, 1/2). Kastenhof wird es genannt wohl zum Unterschied von dem alten
Pfleghausl), das manchmal auch Pfleghof genannt wird, wie auch wegen des Um-
standes, daß die Pfleger meist auch. Kästner waren und der »Kasten« (Traidkasten)
selbst mit dem Schlosse in unmittelbarer Verbindung stand. (Eberl, S. go. —
Sixt, S. 209.)
x) So wird im Jahre 1460 unter dem Pfleger Kammerauer ein Backofen in das »Pfleghaus«
gebaut, ebenso sind 1470 die Zimmerleute mit Ausbesserung des »Pfleghauses« beschäftigt, 1483,
1485 und 1487 wird ebenfalls im Pfleghaus gebaut. 1511 wird in dem »pfleghaus die Stuben
erweitert, zwo neu Karner gemacht«. (Rentmeisterrechn, im Kreisarchiv Landshut, Rep. XVIII,
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