Kromayer, Johannes [Editor]; Veith, Georg [Editor]
Antike Schlachtfelder: Bausteine zu einer antiken Kriegsgeschichte (Band 3: Antike Schlachtfelder in Italien und Afrika, 1. Abtlg.): Italien — Berlin, 1912

Page: 208
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kromayer1912bd3_1/0230
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
208

Der zweite Panische Krieg bis Cannae.

in den Bergen in Hinterhalt, die Reiterei ließ er dagegen ganz
außerhalb des Engpasses verdeckt sich aufstellen und er selbst
lagerte mit wenigen auf einem Hügel. Flaminius, der gehobenen Mutes
war, und als er ihn mit nur wenigen auf dem Hügel sah, meinte,
er habe das übrige Heer fortgeschickt, hoffte ihn in seiner
Vereinzelung fassen zu können, marschierte in den Engpaß unvor-
sichtig hinein und nächtigte hier, denn es war schon spät. (In der
Nacht überfallen die Karthager das Lager; das Erdbeben nicht be-
merkt.) Flaminius selbst und sehr viele andere fielen, zahlreiche gingen
auf einen Hügel hinauf. Als es aber Tag wurde, wandten sie sich
zur Flucht und eingeholt ergeben sie sich unter Zusicherung der
Sicherheit. (Hannibal ratifiziert den Vertrag nicht.)

2. Das Gefecht von Plestia.

Polyb. III 86: Als zur Zeit der Schlacht (am Trasimenus) der
Konsul Cn. Serviliiis, welcher bei Ariminum stand . . . (3), erfuhr,
daß Hannibal in Tyrrhenien eingefallen sei und dem Flaminius gegen-
überstehe, versuchte er, mit dem ganzen Heere selber zu ihm zu stoßen,
da er es aber wegen der Schwerfälligkeit des Heeres nicht konnte,
schickte er den C. Centenius mit 4000 Reitern eilig voraus, damit
wenigstens diese für den Notfall noch vor seiner Ankunft da wären. (4)
Als dann dem Hannibal nach der Schlacht der Anmarsch dieses Korps
gemeldet wurde, schickte er Maharbal mit den Speerschützen und
einem Teile der Reiterei ab. (5) Sie stießen mit dem Korps des Gaius
zusammen und töteten gleich beim ersten Treffen fast die Hälfte von
ihnen, die übrigen verfolgten sie auf einen Hügel und nahmen sie am
folgenden Tage alle gefangen. (6) Als in Rom am dritten Tage nach
der Nachricht von der Schlacht, . . . auch noch dieses Unglück ge-
meldet wurde . . . (wird ein Diktator gewählt.)

Liv. XXII 8, 1: Bevor man in Rom bestimmte Beschlüsse gefaßt
hatte, wurde plötzlich die neue Niederlage gemeldet, daß 4000 Reiter,
welche vom Konsul Servilius unter dem Proprätor C. Centenius zu
seinem Kollegen geschickt waren, in Umbrien, wohin sie sich auf die
Kunde von der Trasimenischen Schlacht zurückgezogen hatten, von
Hannibal vernichtet seien. (2—4) ('Große Aufregung in Rom.)

C5) Daher griff die Bürgerschaft zu dem schon lange nicht mehr
erforderlichen und in Übung gesetzten Mittel, einen Diktator zu wählen.
loading ...