Kromayer, Johannes [Editor]; Veith, Georg [Editor]
Antike Schlachtfelder: Bausteine zu einer antiken Kriegsgeschichte (Band 3: Antike Schlachtfelder in Italien und Afrika, 1. Abtlg.): Italien — Berlin, 1912

Page: 426
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Der zweite Panische Krieg nach Cannae.

Lfde.
Nr.

38.

39.

40.

Titel des "Werkes

Besprechung' von Bellardi in atti e memorie della R.

deputazione di storia patria delle Marche III 229. 1906.
Lehmann Konr. Zur Geschichte der Barkiden II: Hasdrubals

Marschziel im Metaurus-Feldznge. Klio X 363ff. 1910.
Vulic N. Hasdrubals Marschziel im Metaurusfeldzuge Klio XI

384 1911.

Verf. sotzt die
Schlacht an:

Ponte rotto
unbestimmt

1. Stand der Frage.
Bedoutuni;- der Die Frage nach der Ortliclikeit von Hasdrubals Niederlage hängt
aufs engste zusammen mit der Auffassung von dem ganzen Feldzuge
Hasdrubals in Italien, speziell von den Absichten, die dieser Feldherr
unmittelbar vor seiner Vernichtung gehabt hat.

Je nachdem man das Schlachtfeld auf dem rechten oder linken
Ufer des Flusses ansetzt, muß man die letzten Bewegungen Hasdrubals
als einen Rückzug oder einen Vorstoß ansehen. Und diese Frage ist
wieder nur zu entscheiden im Zusammenhange der ganzen strate-
gischen Situation. So führt hier die Frage nach dem Schlachtfelde
zur Beantwortung der Zusammenhänge des ganzen Feldzuges.
Linksufer- Wenn wir von den frühesten unkritischen Versuchen einer Fest-

legung des Schlachtfeldes absehen, so ist der erste, der eine lokal klar
fixierte Darstellung des Herganges, wie er ihn sich vorstellte, gegeben
/ hat, der Altmeister Vaudoncourt (Nr. 3) gewesen. Nach seiner An-
/</ sieht stand der Konsul Livius Salinator, dem der Krieg gegen Hasdrubal
übertragen war. zusammen mit dem Prätor L. Porcius Licinus an der
Mündung des Metaurusflusses auf dessen nördlichem Ufer bei Fano,
als der zweite Konsul C. Claudius Nero ihn nach einem Gewalt-
marsche aus Süditalien erreichte. Hasdrubal stand von den römischen
Lagern nur 3/4 Kilometer entfernt auf der via Flaminia, bereit zur
Schlacht. Als er aber die Verstärkung durch Nero bemerkt hatte,
glaubte er sich den vereinigten Heeren nicht mehr gewachsen und
suchte, sich durch einen Nachtmarsch auf der Flaminia in südwest-
licher Richtung den Gegnern zu entziehen und seinen Weg nach Süd-
italien zu Hannibal ohne Schlacht fortzusetzen, indem er den Metaurus
zwischen sich und die Feinde brachte. Er wurde aber bei La Lucrezia
etwa 10 Kilometer südwestlich von Fano durch die nachsetzenden
Gegner ereilt, zur Schlacht gestellt und vernichtet (Stellung auf
Karte mit „V" bezeichnet). Danach wäre also das Schlachtfeld auf
dem linken Ufer des Flusses zu suchen.
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