Kromayer, Johannes [Editor]; Veith, Georg [Editor]
Antike Schlachtfelder: Bausteine zu einer antiken Kriegsgeschichte (Band 3: Antike Schlachtfelder in Italien und Afrika, 1. Abtlg.): Italien — Berlin, 1912

Page: 422
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Anhang.

Übersetzung des Scklacktberichtes.

Liv. XXVII 41: Hannibal zog sein Heer, welches er in den Winter-
quartieren oder in den Besatzungen von Bruttium gehabt hatte,
von allen Seiten zusammen und kam nach Grumentum in Lucanien
in der Hoffnung, die Städte wiederzugewinnen, welche aus Furcht
zu den Römern abgefallen wären. (2) Ebendahin eilte von Venusia
aus auch der römische Konsul, nachdem er die Straßen hatte auf-
klären lassen, und schlug etwa 1500 Schritt (21/4 Kil.) vom Feinde
das Lager auf. (3) Das punische Lager schien fast an die Mauern
von Grumentum zu stoßen, nur 500 Schritt (3/4 Kil.) waren
dazwischen. (4) Zwischen dem punischen und dem römischen
Lager lag ein Feld (campus). Nackte Hügel lagen in der linken
Flanke der Karthager, in der rechten der Römer, keinem von
beiden verdächtig, weil sie keinen Wald und Verstecke für einen
Hinterhalt hatten. (5) In dem Felde in der Mitte lieferten sie
sich von den Posten aus unbedeutende Kämpfe. Nur das wollten
offenbar die Römer erreichen, den Feind nicht abziehen zu lassen:
Hannibal dagegen, der von dort loszukommen wünschte, bot mit
allen Kräften die Schlacht an. (6) Da brauchte der Konsul eine
List von der Art des Feindes, je weniger bei so freien Hügeln
ein Hinterhalt gefürchtet werden konnte, und ließ 5 Cohorten zu-
sammen mit 5 Manipeln in der Nacht über die Hügel gehen und
sich auf der Rückseite verstecken. (7) Die Zeit hervorzubrechen
gibt er dem Militärtribunen Ti. Claudius Asellus und dem Prä-
fekten P. Claudius, die er mit diesen Truppen schickte, an.
(8) Er selbst führte bei Tagesanbruch alle Fußtruppen und Reiter
zur Schlacht. Bald darauf wird auch von Hannibal das Zeichen
zur Schlacht gegeben, und Geschrei der zu den Waffen Eilenden
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