Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 53.1902-1903

Page: 173
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Kleine Nachrichtein

werden wollten, um als selbständige Aussteller bei
der Preisverteilung berücksichtigt zu werden.
Daß unsere Auffassung jener Bestimmung die richtige
war, dafür lieferte die Turiner Ausstellung selber
den Beweis, indem z. B. die zahlreichen Arbeiten
des Karlsruher Künstlerbundes unter einer Katalog-
nummer eingetragen waren, während jedes Linzel-
werk den Namen des Künstlers auf besonderem
Zettel trug. Da also offenbar die Möglichkeit vorlag,
die Künstler zu nennen, ohne für jeden \o AI. Aus-
stellergebühr entrichten zu müssen, so ist es wohl
verständlich, daß eine Zeitschrift das weglassen der
Künstlernamen bei anderen Ausstellern rügt, wir
wollen zu Gunsten der D. W. gern annehmen, daß
nur die mißverstandene Auffassung jener Ausstellungs-
bestimmung an der Unterlassung schuld ist. Aber
jeder Unbefangene wird zugeben, daß das fehlen
der Künstlernamen auf den Etiketten der V. w.,
namentlich im Vergleich mit dem Verhalten des
Karlsruher Künstlerbundes, unangenehm auffallen
mußte.

wenn in Zukunft die V. w. und andere ähn-
liche Firmen bei Ausstellungen die Künstlernamen
stets an den Gegenständen selbst anbringen, dann ist
nicht nur der Zweck unserer Zitierung erreicht und
den Künstlern die Ehre gewahrt, sondern die Künstler
werden sich auch mit um so mehr Freudigkeit in den
Dienst größerer kaufmännischer Unternehmungen
stellen, — und das wird auch den V. w. zugute
kommen. G.

(Pont KücßermarKt.

aupcmerkmale der Baustile, perausgegeben von
3. Schneider (Seminarlehrer) und <V. Wetze
(Architekt). Kleine Ausgabe, Folio. fO Tafeln mit
gegenüberstehendem Texte. Kart. s,60 AI. Leipzig,
5* fjirt & Sohn.

Eines jener Sammelwerke, die in ihren Ab-
sichten durchaus zu billigen sind, während sie in
ihrer Ausführung damit nicht gleichen Schritt halten,
wozu sauber gezeichnete Beispiele der verschiedenen
Stilarten in geometrischer Darstellung, da uns
doch heute durch die Photographie eine Materialfülle
zugänglich ist, die nicht allein durch die perspektivische
Vorführung ein viel lebensvolleres Bild des wirk-
lichen Aussehens gibt, sondern auch unmittelbarer,
als dies je durch die pand des geschicktesten Zeichners
möglich ist, den Charakter des Details wahrt? Denn
es handelt sich hier nicht um Material für angehende
Fachleute, sondern um Anschauungsmittel für Laien,
denen mit Wirklichkeitsbildern mehr gedient ist, als

ZOO. Plakat von Müller-Breslau; ausgefübrt von
IVilh. kj offmann, Dresden.

mit geometrischen Zeichnungen, wo Grundrisse und
Querschnitte vonnöten sind, da muß man selbst-
verständlich den Zeichner zu Pilse rufen; in eine
Sammlung, die als Erläuterung beim Geschichts-
unterricht dienen will, paffen aber keine „Aufrisse" von
pochbauten (wie z. B. der Kirche 5. Nur. di Carignano
zu Genua), da diese niemals von der Baugruppierung
ein richtiges Bild geben. G.

Unsere Bilder im vorliegenden Pest sind aus-
schließlich Illustrationsmaterial zu dem Aufsatz von
Vr. Ernst Zimmermann über die moderne deko-
rative Bewegung in Dresden an der Spitze dieses peftes.
Zu den in der letzten Nummer, S. P8 P2f, gebrachten
hierher gehörigen Bilder tragen wir nach, daß der
Bibliothekschrank von Fritz Schumacher (S. pst)
von Bernh. Göbel in Freiburg in Sachsen aus-
geführt worden, von dein wir im letzten Jahrgang
mehrere Möbel der Turiner Ausstellung gebracht
haben (S. 3s0u. 3p), die sich besonders durch ihre
solide Ausführung auszeichneten.
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