Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 53.1902-1903

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Dom Büchermarkt.

Die Jahreszahl (722 auf dem Aschweibchen-Brunnen
in Rothenburg o. T. kann sich nicht auf die Ent-
stehung, sondern nur auf eine spätere Wieder-
herstellung beziehen. Doch das sind Kleinigkeiten.
Wir sehen der Vollendung des schönen, verdienst-
lichen Werkes mit Interesse entgegen und wünschen
ihm von Kerzen besten Erfolg und weiteste Ver-
breitung. R. St.

W. Stuhl von 3- 21. pool jr., Zaltboiiimel (Holland).

bei denen die farbige Wirkung eine besondere Rolle
spielt, sind in guten Farbendruckblättern nach Aqua-
rellen vorgeführt. Wie viel wertvoller solche gewissen-
haften Aufnahmezeichnungen für den schaffenden
Künstler, den Architekten, Bildhauer und Kunsthand-
werker sind, als die heutzutage üblich gewordenen
Lichtdrucktafeln nach Naturaufnahmen, bedarf wohl I
keiner besonderen Hervorhebung. Allerdings wären !
daneben zur Beurteilung der räumlichen Wirkung
und der so wichtigen Einfügung iit die Umgebung i
perspektivische Ansichten und Gesamtbilder von
Brunnen und Plätzen erwünscht. Deubachs Dar-
stellungsweise verdient volles Lob. Sie ist sorgfältig,
klar, sachlich, ohne jede Manieriertheit, dabei elegant,
von sicherer, feinfühliger Beherrschung der Form,
auch im Figürlichen und Ornamentalen. Die Aus-
wahl der Werke ist verständig. Außer den Be-
rühmtheiten unter den deutschen Kunstbrunnen treffen
wir eine Reihe wenig oder gar nicht bekannter eigen-
artiger Stücke aus inittleren und kleineren Städten,
aus Marktflecken, Klöstern u. s. w. Den Tafeln ist
ein knapp gehaltener Text beigegeben, der nach einer
kurzen Einleitung über die Haupttypen der Brunnen-
gestaltung (Zisterne, Schöpf- und Ziehbrunnen, Lauf-
brunnen) zu jedem der vorgeführten Brunnen einige
beschreibende und geschichtliche Erläuterungen bietet,
hierbei ist da und dort eine Berichtigung zu machen.
So stammen die Wandbrünnchen im Hofgarten-
pavillon zu München nicht aus dem (8. Jahrhundert,
sondern aus der Erbauungszeit des Pavillons ((6(3).

(Unsere (Kikder.

n Riegels, zu dem Eröffnungsartikel dieses
Heftes gehörende Entwürfe rc. (Abb.
4((2—4(37) schließen sich sehr verschieden-
artige Arbeiten an, zunächst ein — von
Gottfr. Stumpf in Naturgröße ge-
fertigter — Blumenstrauß, der als ein ganz hervor-
ragendes Erzeugnis der Bronzeschmiedekunst bezeichnet
werden darf. Es folgen drei Vorsatzpapiers von
Georg Eicher, deren mittleres — unter entsprechen-
der Änderung des „Zirkels" recht wohl bei Kommers-
büchern Verwendung finden könnte. — Zu dem
Schmuckstück (Abb. <{i{2) ist vor allem zu bemerken,
daß bestimmte vorhandene Diamanten und perlen
verwendet werden mußten; die Bestellerin trägt immer
schlichte lange, ganz dunkle Kleider mit breitem Bund
um die Hüfte und hierzu mußte das Schmuckstück
als »Devant de corsage« paffen. —

Nach den beiden Brunnen, über die keine
weiteren Erklärungen vonnöten sind, bringen wir
zwei Möbel von I. A. Pool jr. in Aaltbommel
(Holland), dessen ebenso ansprechende wie solide Möbel
schon auf der Turiner Ausstellung allgemeines Ge-
fallen erregt haben (vgl. Zahrg. (902, S. 5P u. 3P).
— Zu der weiten Diele von Prof. Littmann
sei bemerkt, daß sie demselben Bau angehört, für
welchen H. E. v. Berlepsch das im letzten Jahr-
gang (S. 29) abgebildete Arbeitszimmer entworfen
hat. — Der folgende Stuhl kann als Ergänzung
des von Albin Müller und Bernh. Göbel zur
Turiner Ausstellung gesandten Mobiliars (Iahrg.
(902, S. 3(0 u. 3(() dienen; daß übrigens Albin
Müller sowohl über eine reiche Phantasie als über
eine eingehende Kenntnis früherer Stile verfügt,
beweist er mit dem die Reihe unserer Abbildungen
schließenden Entwürfe zu einem romanischen Gemach.

Berichtigung. Auf S. (77 des 7. Heftes ist
unter dem Mitgliederverzeichnis des „Bundes zeich-
nender Künstler" auch Adelbert Niemeyer angeführt;
wie uns nun nach Druck des 8. Heftes mitgeteilt
wird, ist dieser Name irrtümlicherweise in das Ver-
zeichnis gekommen. Die Schriftleitung.

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