Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 53.1902-1903

Page: 306
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Ldmond Lachenals keramische Arbeiten.

529 u. 530. vom Lhorgestütst der Oberkirche in Görlitz.
(Aus: „Schlesische Aunstdenkmäler.)

Deckenmalereien aus der Zeit, des Mittelalters und
der Renaissance stehen auf keiner besonderen pöhe
und bleiben mindestens an geistigem Ausdruck weit
hinter den Leistungen der oberdeutschen und kölnischen
Schule zurück. Line vermehrte Wiedergabe derselben
wäre deshalb kaum nötig; dagegen würde es will-
kommen sein, wenn zum Ausgleich die schlesische
Tafelmalerei in ihren besten Leistungen zur Dar-
stellung käme.

Schließlich wäre noch die Sorgfalt hervorzuheben,
welche der Verfasser aufgewendet hat, um die Be-
nutzung des Tafelwerks handlich zu gestalten. Nicht

53;. Aasten in der Peterskirche zu Görlitz. (Aus: Schlesische
Aunstdenkmäler".)

allein gibt der Text des Wegweisers bei weitem mehr
als eine Erklärung der Tafeln, da er zugleich das
kulturhistorische Element schildert, aus dent die schle-
sische Aunst von ihren Anfängen durch die deutschen
Kolonisten an bis zu ihrer vollendeten Ausprägung
durch eine spätere, zwar im Aerne immer wesentlich
deutsch bleibende, aber doch mit polnischen Elementen
vermischte Bevölkerung hervorgegangen ist, sondern
es ist auch durch Verzeichnisse eine übersichtliche Ver-
bindung zwischen dem Tafelwerk, den; Texte des
Wegweisers und dem in 6 Bänden erschienenen
Verzeichnisse der Aunstdenkmäler Schlesiens hergestellt.
Das Inhaltsverzeichnis der 3 Mappen, in denen die
Tafeln verteilt sind, gibt die fortlaufenden Nummern
derselben, daneben die bezügliche Spalte des Weg-
weisers sowie Band und Seite des beschreibenden
Verzeichnisses der Aunstdenkmäler. Ein zweites geo-
graphisches Verzeichnis soll das Aufsuchen der Denk-
mäler an Ort und Stelle erleichtern.

Gustav Ebe.

532. Türbeschlag aus Reichenbach. (Aus:
„Schlesische Aunstdenkmäler".)

Sdmond Lacßenake Keramische
Arbeiten.

xe s ist bekannt, daß der am heftigsten
ausgeführte Vorstoß der Bewegung,
die, obschon sie noch nicht zu einem
einheitlichen Niederschlage geführt hat,
doch als der „Neue 5til" bezeichnet
wird, auf dem europäischen Aontinent von Paris
ausging, allerdings nicht von französischer Seite,
sondern von Henry van de Velde, einem Belgier.
Paris verhielt sich sogar beinahe ablehnend, ja ist
bis zur Stunde nicht bedingungslos von der Bewe-
gung beherrscht. Das mag zum guten Teile daran
liegen, daß dort trotz starker politischer Erschütte-
rungen doch nie eine so gründliche Pause im Ent-
wickelungsgange wirklicher nationaler Aunftäuße-
rungen eingetreten ist, wie es in Deutschland bei

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