Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 56.1905-1906

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Dom Büchermarkt.

pyrtl>8 Formenschatz (G. pirths Aunst-
! verlag, München; Preis pro Jahr-
gang \2 M.) hat vor kurzem seinen 29. Jahr-
gang abgeschlossen und damit die Lumme
der von ihm publizierten Tafeln auf nahezu
5000 gebracht. wer sich der früheren
Jahrgänge erinnert, wird den Fortschritt hin-
sichtlich des sachlichen Inhalts wie der typo-
graphischen Ausstattung nicht verkennen.
Dem Titel der Sammlung gemäß sind rein
bildmäßige Blätter gegen früher sehr einge-
schränkt worden, und es kommt der Formen-
schatz als „angewandte Kunst" zu seinem
Recht. Alle Zeiten und Völker werden be-
rücksichtigt, und es muß als eine ganz
besondere Feinfühligkeit des Schriftleiters —
Dr. Trust Baffermann-Iordans — bezeichnet
werden, daß die Blätter jedes peftes historisch
geordnet sind.

22^. Georg Lindner; Grabmal der Familie dl. F. Lauge.

(Vom lKüchennarA.

Werkkuust. Nachdem der Berliner Kunst-
gewerbeverein sich von dem Seemannschen
„Kunstgewerbeblatt", das bisher die Stelle des Vereins-
organs versehen, losgesagt hat, gibt er (seit Oktober)
ein monatlich zweimal erscheinendes peft „Die Werk-
kunst" unter der Schriftleitung von Georg Lehnert
heraus. Gediegene, kurze Artikel — unter deren
Verfasser wir u. a. die Namen Jessen, Rosenhagen,
Muthesius, Osborn, Tndell, pazaurek, Osterrieth
finden — eröffnen jede Nummer, worauf eine gut
geordnete und gedrängt dargestellte Reihe von kleineren
Mitteilungen folgt. Jedem peft sind 2 Tafeln Ab-
bildungen (Format (7,5/26,5 cm) beigegeben.

ntiquitäten-wundschau, Zeitschrift für Museen,
Sammler und Antiquare; erscheint dreimal
monatlich. Verlag Kontinent, Berlin W., Kurfürsten-
damm 259. — Abonnement vierteljährlich 2,50 M.

Die Zeitschrift, welche soeben ihren dritten Jahr-
gang abgeschlossen hat, zeichnet sich außer durch eine
große Anzahl interessanter Tinzelnotizen über Funde,
Antiquitäten, Auktionen rc. auch durch geschichtliche
und künstlerische Abhandlungen aus, die nicht selten
von Abbildungen begleitet sind und vermöge ihrer
gediegenen Packung bleibenden wert haben. Die
vor kurzem in München zur Versteigerung gelangte
Sammlung von pannwitz hatte in der „Antiqui-
täten-Rundschau" eingehende Würdigung gefunden.

ltfränkische Bilder (Illustrierter kunst-
historischer Prachtkalender (906). Würz-
burg, Universitätsdruckerei von p. Stürtz.
Preis ( M. — Zum ( (. Male tritt der bekannte,
bilderreiche Würzburger Kalender seine wandernng
durch die deutschen Gauen an, und wo er bei kunst-
freundlichen Menschen anklopft, da wird ihm gerne
aufgetan werden: denn wie in früheren Jahren, fo
bringt er auch jetzt wieder in feinem Gepäck eine
große Anzahl gelungener Bilder von dem schönen
Frankenland, mit Kirchen, päusern, Grabsteinen,
Reliefs usw. Eines der schönsten Bilder ist der
Umschlag selbst, eine farbentreue Wiedergabe eines
silbervergoldeten Einbandes einer alten, sehr wert-
vollen Handschrift in der gräflichen Bibliothek zu
pommersfelden.

aufch, Edmund, Magdeburg: Moderne Innen-
kunst. 6 Lieferungen zu je (q. Tafeln; Preis
jeder Lieferung 6 Ul. Verlag von Gerhard Küß-
mann, Dresden.

Aus diesem Tafelwerk spricht ein Praktiker, der
vielleicht dem recht Modernen nicht weit genug geht,
dessen Entwürfe aber jedenfalls den Vorzug haben,
daß sie dem Material keine Gewalt antun und daß
sie dem Werkzeug, sei's Maschine oder pandwerk-
zeug, nichts zumuten, was außerhalb ihrer Leistungs-
sphäre liegt. Der Vortrag der Zeichnungen ist
nmnchmal derb, ja grob; aber der Fachmann wird
gerade daraus erkennen, daß er es hier mit einem
Zeichner zu tun hat, der eine klare Sprache spricht
und der genau weiß, wie weit die Ausdrucksfähigkeit
dieser Sprache reicht. P,
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