Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 56.1905-1906

Page: 305
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Ehrengaben zum XV. Deutschen Bundesschießen.

einer der schönsten. Tr hat Ähnlichkeit mit
dem vorgenannten, insofern als auch hier
der abnehmbare Deckelpokal mit der Schale
darunter das Hauptmotiv bildet. Den höl-
zernen Untersatz ziert eitle in Silber gravierte
Darstellung der Spatenbrauerei; darüber
erhebt sich der säst zylindrische, mit einem
durchbrochenen Tierfries und Halbedel-
steinen (Kristall, Granat) belebte Schalen-
fuß; an der Schale sind namentlich die
Handgriffe beachtenswert, die oben mit
großen Barockperlen und Türkisen besetzt
sind (siehe Abb. 6^f). Der st)okalsockel
(Abb. 6^0) ist aus der Standstäche mit
einem mächtigen Amethyst und Granaten
ausgestattet, der s?okal selbst mit Türkisen;
von vorteilhafter Wirkung ist der leichte
Hammerschlag, der an der Schale stehen
geblieben ist und der das allzustarke
Blinken in mildes flimmern auflöst. —-
Aus der gleichen Werkstatt ging auch der
von Kommerzienrat Alildner gestiftete
Becher (Abb. 6^7) hervor; er besitzt einen
Untersatz aus graugebeiztem Holz und be-
steht aus vergoldetem Silber. Tinen ganz
besonderen Aeiz bilden die wohldurch-
gebildeten Reliefs in den Medaillons des
unteren Ringes (Abb. 6st5—6^6).

Tin originelles Ding ist der zierliche,
schlanke Becher, den der oberbayerische
Zimmerstutzenverband München gestiftet
(Abb. 6^8); er ging aus den Ateliers von Tduard
Wollen weder hervor, ist aber nach Tntwurf und
Ausführung ein Werk Ad. v. Mayrhofers, der
darin ein feines künstlerisches Tmpsinden an den Tag
legte.

Zum Schluß noch: die neue Reichsfahne
des deutschen Schützenbundes (Abb. 6^9 und 650),
die bei Vertretungen außerhalb des Bundes das
stets am letzten gestört aufzubewahrende Bundes-
banner zu vertreten hat. Der Tntwurf dazu rührt
von Julius Diez her, die Ausführung in feinster
Nadelmalerei von Z. st). Werner & Sohn. Die
eine Seite wird vom Reichsadler mit Kaiserkrone
eingenommen; aber der — heraldisch richtigere —
Goldgrund mußte den Farben der Reichsflagge,
fchwarz-weiß-rot, weichen, der auch auf der andern
Seite steht, wo durch eine mächtige Tiche mit goldenen
Früchten das Wachstum des deutschen Schützen-
bundes versinnbildlicht wird. Die künstlerische Durch-
führung ist namentlich im Detail musterhaft. Die
Metallarbeit haben Z. Win hart & To. ausge-
führt. G.

der

Schreibzeug; von ff. lharrachöeSohn, München. Ehrenpreis
Matthias jdschorrftiftung, Dgl. Text S. 302. (2/3 d. w. Größe.)

(Kfeine (Nachrichten.

(Vereine, Museen, Schuten, -Äussielkunzen,
Mett6ewer6e gc.

^flbtn Müller, Magdeburg, wurde vom Groß-
Herzog von Hessen unter Verleihung des stckoseffor-
titels als Leiter eines Lehrateliers für angewandte
Kunst an die Künstlerkolonie Darmstadt berufen.

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^Ner Runstgewerbevereiu zu (Oldenburg hat im

^ Jahre \905 rund 2st ^00 M. Tinnahmen und
22 900 AI. Ausgabeit gehabt. Das Heiitt des
Vereins, das Landesgewerbemuseum, ist noch mtt
59500 AI. Schulden belastet. Der Zuschuß der
Regieruttg ist voit 9000 aus fOOOO AI. erhöht
worden; die Alitgliederzahl ist von 350 auf 580 ge-
stiegen.

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Aunst und pandwerk. 56. Iahrg. peft tO.

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