Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 56.1905-1906

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Kleine Nachrichten.

Manufaktur Karlsruhe nach Entwürfen fj. Thoma's,
Süf’, würtenbergers und Sauers gefertigten
keramischen Reliefs, in deren ruhigen, falten Farben
Wirkungen von hoher Schönheit erreicht find. Line
angegliederte kunsthistorische Abteilung (Photogra-
phien) führte das Publikum in das Verständnis der
alten Grabmalkunst aller Zeiten ein. Von Interesse
war auch ein Sortiment heimischer Steinsorten:
Line Reform der Grabmalkunst ist ja im wesent-
lichen von einer Reform hinsichtlich der Wahl des
Materials abhängig. Lin allgemeines pereat dem
schwedischen Granit, dessen kalte Polituren so er-
nüchternd wirken, zu erreichen, wäre allein schon
ein großes Verdienst der Ausstellungsleitung.

Mela Lscherich.

(llkeme (Nachrichten.

Vereine, Museen, Schuten, Äussiektungen,
Mektöeweröe ^e.

ie Z. Deutsche Runstgewerbeausstellung, Dres-
den 1906 wird u. a. auch einen von unserer
Zeitschrift schon anläßlich der Besprechung der letzten
Nürnberger Ausstellung angeregten Gedanken zur
Ausführung bringen. Die „Zeitschrift des Bayerischen
Kunstgewerbe-Vereins" schrieb damals (\896, S. 8^):
„Ls wäre eine dankbare und in ihren Folgen gewiß
segensreiche Aufgabe, einmal eine Ausstellung deut-
scher Volkskunst zu veranstalten, nicht etwa um
der städtischen Kunst unverbrauchte Motive zu-
zuführen, sondern vielmehr
um die Volkskunst selbst zu
kräftigem widerstand gegen
das Nberwuchern durch die
internationale städtische Kunst
anzuspornen." Nun gibt es
nur noch wenige Bezirke in
Deutschland, wo echte Volks-
kunst noch in größerem Um-
fange geübt wird; einer der-
selben, die Hamburger Vier-
landen, wird unter Leitung
Direktor Vr. Brinckmanns
geschlossen auf der Aus-
stellung zu Dresden vertreten
werden, wofür der Ham-
burger Senat 7000 M. „zur
Perstellung eines Zimmers,
das neuzeitliche Volkskunst
zeigt", bewilligt hat. — Die
Abteilung Vorbildliche
L e i st u n g e n der deut-
schen I n d u st r i e wird
eine sehr interessante und
lehrreiche Gruppe innerhalb
der Ausstellung bilden. Ls
soll hier die nackte Schön-
heit des Materials in seinen
reinen Zweckformen gezeigt
werden, also die ganz eigent-
lich moderne Aufgabe, wie
die Schönheit sich aus der
zweckmäßigsten Konstruktion
ergibt oder sich mit ihr ver-
binden läßt, ohne daß man
zur Verzierung seine Zuflucht
nimmt. — Bei der Aus-
stellung soll ferner unter

fjeinr. ) obst; Grabmal Rheinberger.
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