Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 60.1909-1910

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Kleine Nachrichten.

ür einen Bebauungsplan har die Stadt Faltern
in Westfalen ein Preisausschreiben erlassen
— einen Ideen Wettbewerb — zu dem die Unter-
lagen gegen 15 211. vom Stadtmagistrat ausgefolgt
werden. Einlieferungstermin: \. November 1910;
drei Preise: 1000, 600, ^00 211. Ankäufe weiterer
Entwürfe zu je sOO 211. Vorbehalten. %

Cüv das Realschulgebäude in Rochenburg o. T.
O soll im IDettbewerbverfahren unter 211itgliedern
des Bayer. Architekten- und Ingenieur-Vereins ein
Bauplan errungen werden. Einlieferungstermin:
16. August 1910. Drei Preise: 1000, 600, 500 211.;
für den Ankauf von zwei weiteren Entwürfen wird
die Summe von 600 211. bereitgestellt. ^

pur den Neubau eines Gtandehaufes der Provinz
t ) poseit ist ein Skizzenwettbewerb zum 15. Dezember
f9fO ausgeschrieben worden. Baukosten: 1 sOO000211.
Die Preise: 5000, 3000 und 2000 211. Das Pro-
gramm versendet kostenfrei der Landeshauptmann der
Provinz Posen zu Posen (D 1, Friedrichsstr. 7.

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udolf von Seitz, Professor an der Aunstakademie
und Ehrenkonservator am Bayerischen National-
museum ist am 18. Juni abends im Alter von
68 Jahren einem Schlaganfall erlegen. A)enn der
Verstorbene in den letzten Jahren auch weniger
hervorgetreten ist, so hinterläßt er doch eine schmerz-
liche Lücke; welchen Einfluß seine künstlerische Schaft
fensweise, seine unerschöpfliche Phantasie, sein frei-
gebiges Rönnen namentlich in der Zeit des auf-
strebenden Aunstgewerbes der 70er und 80er Jahre
ausgeübt hat, davon erzählen die früheren Jahr-
gänge unserer Zeitschrift fast in jeder Nummer,
beginnend mit den gemüt- und humorvollen Er-
zeugnissen der Kleinkunst bis hinauf zu den höchsten
Aufgaben monumentaler Malerei. Die Führung,
die 21udolf v. Seitz bis weit in die neunziger Jahre
hinein im 211ünchener Runstgewerbe ausgeübt hat,
macht es uns zur freudigen Pflicht, seinem Schaffen
und Wirken in unserer Zeitschrift ein Denkmal zu
errichten — mögen auch seine Werke größtenteils
in einem gewissen Gegensatz zu denen der modernen
Führer stehen. Wir werden dieser Pflicht im Laufe
der nächsten 211onate Nachkommen. Denn so sehr er
auch sich gegen das kfereinbrechen der Sturmflut in
der 211itte der 90 er Jahre gewehrt hatte, so sehr war
er doch — nach dem Ablaufe der trüben Gewässer —
eifrig bemüht, auch den neueren Bestrebungen gerecht
zu werden; wie ernst er es damit nahm, bewies sein
eingehendes Studium der Ausstellung „München

1908", wo er Raum für Raum gewissenhaft musterte
und manch anerkennendes Wort fand, — und die
derzeitige muhammedanische Ausstellung gab ihm
so viel Anregung, daß er scherzweise die Absicht
aussprach, diesen Sommer statt aufs Land, in diese
Ausstellung zu gehen. Es ist anders gekommen.
Ein gütiges Geschick wollte ihm eine lange Leidens-
zeit ersparen und rief ihn ab mitten aus dem fröh-
lichen Kreise seiner Freunde der Künstlergesellschaft
Allotria.

ewerbestipendien in Höhen von 50 bis 200 211.
gelangen aus der 211. v. 211ettinghschen Stiftung
an im Kreise Gberbayern beheimatete, bedürftige
Leute zur tüchtigen Ausbildung im gewerblichen Be-
rufe zur Verteilung. Gesuche sind bis 10. November
beim Rlagistrat 211ünchen einzureichen. Die Bedin-
gungen können im Sekretariat des Bayer. Kunstge-
werbevereins eingesehen werden.

Berichtigung. Die in Heft 8 in den Texten
zu den Gstfriesischen Schinucksachen gemachte An
gäbe, daß es sich hier um vergoldetes Silber
handle, beruht auf einem Irrtum; vielmehr be-
stehen sämtliche unter den Nummern 03 bis 52 s
abgebildeten Schmucksachen (mit Ausnahme von
5f6, 519, 320) aus 18- bis 20karätigem Gold.—
Außerdem ist der Nanre des S. 236 (über Abb. 505)
genannten Schlosses nicht Reichersdorf, sondern Rei-
chelsdorf.

(Unsere (Kikder.

Die beiden ersten Bildergruppen (589—6f3 und
60—623) stehen im engsten Zusammenhang mit
dem anstoßenden Text; so ferne uns das Bildmaterial
der ersten Gruppe auch zu liegen scheint, so vermag
es doch den 211alern, die in der zweiten Gruppe haupt-
sächlich zu Wort kommen, manche Anregung zu geben,
besonders in Hinsicht auf Flächenmuster. 2ln diese
beiden Gruppen schließt sich eine dritte an, die mit
der vorhergehenden einen gewissen Zusammenhang
hat; denn auch hier handelt es sich z. T. um Wohn-
räume, von denen ein Teil ebensogutin der Ausstellung
bemalter Wohnräume zu finden sein könnte — schon
wegen der Wiederkehr gleicher Namen.

Es handelt sich um zwei Werke Georg Dangls
— um ein Wohnhaus und um ein Geschäftshaus. Das
erste ist ein Landhaus am Ammersee, das in seiner
Raumanordnung durch den Erdgeschoß-Grundriß
(Abb. 626) hinreichend verdeutlicht wird. 211an betritt
zunächst die durchaus getäferte Diele (Abb. 62^) mit

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