Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 60.1909-1910

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Dom Büchermarkt.

in Wien verdient gemacht uitd wurde dann als Leiter
des erstgenannten Museums einer der erfolgreichsten
Förderer und Unterstützer der modernen Bestrebungen
in: Bereich des Kunsthandwerks auf österreichischen!
Boden.

erman Bestelmeyer, von dessen maßgebender
Beteiligung an den neuen Wtünchener Univer-
sitätsneubauten dieses Pest Kunde gibt, hat einen
Ruf als ordentlicher Professor an die Dresdner Tech-
nische Hochschule als Nachfolger von Fritz Schu-
macher angenommen.

orträge zur Gefchmacksbildimg des deutschen
Raufmanns veranstaltet im Laufe des kom-
menden Winters der Deutsche Verband für das kauf-
männische Unterrichtswesen, Geschäftsstelle Braun-
schweig, in Gemeinschaft mit dein Deutschen Werk-
bund. Tine Serie von sechs Vorträgen aus dein Ge-
biete des Wohnungswesens, der Textilbranche, des
Kleinkunstgewerbes und der Schaufensterdekoration
wird in den Bezirken der sächsischen und hanno-
verischen Handelskammern, in Rheinland Westfalen
und im Berliner Bezirk abgehalten werden. Redner
und Demonstrationsmaterial werden von: Deutschen
Werkbund zur Verfügung gestellt. Die Durchführung
der Vorträge hat der Deutsche Verband für das kauf-
männische Unterrichtswesen übernominen. Wichtig
ist, daß sich die Handelskammern in den Dienst der
Sache gestellt haben. Dadurch ist die Gewähr ge-
geben, daß diese Vorträge wirklich in jene Kreise
dringen, auf die sie berechnet sind.

ie Vermittlungsstelle der Vereinigung für an-
gewandte Runst in München befindet sich jetzt
hi! Kunstgewerbehaus — Pfandhausstraße 7/2 —
neben dem Sekretariat des Bayer. Kunstgewerbe-
vereins.

(Dom (Küchermarkt.

ürger VO., Kunstkritik. Deutsche Bearbeitung
von A. Schinarsow & B. Klemm. Leipzig
008. Klinkhardt & Biermann. Preis geh. 3 ITC.,
geb. 4 M.

Wer über die französischen Maler der vierziger
und sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts sich
insofern objektiv unterrichten, — wer wissen will,
was deren Werke damals, als sie entstanden, für die
künstlerische Entwicklung bedeuteten, dem feien diese
Kritiken eines jetzt fast vergessenen Franzosen (Bürger-
Thore's) ernstlich eiupfohlen. Vergessen wir doch
viel zu oft beim Betrachten von alten Künstlerwerken,

was sie für ihre Tntstehungszeit bedeuteten. Unsere
Kritik und unser Genuß würde bei solchen Erinne-
rungen an Wert und Maß gewinnen. — Möchte
die deutsche Verlagsbuchhandlung sich entschließen,
diesen alten französischen Kritiken auch solche von
deutschen Kennern über deutsche Künstler dieser Zeit
folgen zu lassen. E. W. Bredt.

p"zapek, Rudolf, Grundprobleine der Ma-
' lerei. Ein Buch für Künstler und Lernende.
Leipzig 008. Verlag von Klinkhardt & Biermann.
Preis geh. 3 M., oeb. 3,75 M.

Ein Buch, das schon deshalb mit allen! Ernst
dev! jungen wie dein reifen Künstler empfohlen
werden kann, weil cs ihm bei all den Anregungen,
die es gibt, nicht einseitig sehen und schaffen machen
will — und kann. Es ist das ganze Gegenteil von
Torinths so subjektiv sich gebärdenden und doch so
gefährlich engherzigen, also akademischen Lehrweise.
Tzapek zeigt sich, wo immer ich ihn geprüft, als
ein scharfer Beobachter und Denker. Sein Werk
inuß un! so nachdrücklicher und kann mit um so
stärkerer Freude empfohlen werden, als sonderbarer-
weise gerade gegenwärtig an engherzigen Kunst-
richtern und Kunstlehrern kein Mangel ist. Mehr
als ein erfreulicher und anregender —• übrigens
immer sehr gut begründeter — Satz ist in Tzapeks
Buch zu finden. Ulan vergleiche z. B. den Satz:
„Immer wird sich das entstehende Bild um eine
Hauptwirkung gruppieren, die seine Endharmonie
bestimmt. —• Das Wesen dieser Hauptwirkung im
Bilde ist so unfaßbar und vielseitig, daß dem rein
gefühlsniäßigen Verständnis hier freier Raum gelassen
werden muß"; — inan vergleiche das mit den
Imperativen Torinths in der Lehre von der Kom-
position, man vergleiche das mit Vorschriften in Slil-
lshren. Auch das ist ein goldener Satz künstlerischer
Anschauung und Lehre Tzapeks: „Die Richtigkeit
und Wahrheit ist an sich kein Vorzug und ihre Ver-
letzung kein Fehler, sobald die Bildharmonie wirklich
der inaßgebende Faktor ist." — Und in den! Satz:
„Der Wert einer Stillehre kann daher gegenwärtig
für die eigentliche Kunstübung nur ein negativer
sein," möchte ich nur ein Wort gestrichen haben:
„gegenwärtig". -—• Wer nicht mit ästhetischen Phrasen
abgespeist werden will, wer Imperative in der Kunst-
lehre scheut und doch sein Auge gestärkt wissen
inöchte als Schauender und Schaffender, der prüfe
mit Tzapek die Werke der großen Meister aller
Zeiten auf ihre Probleme, auf ihre einfachsten Ge-
setze. Nur solcher Gesetze und Probleine Erkenntnis
kann unserer Kunst Lehre und Freiheit geben. Seit
Popps etwa zu vergleichender Malerästhetik ist mir


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