Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 60.1909-1910

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Der Erweiterungsbau der Ludwig-Maximilians Universität iu München.

"^as französische Runst-
gewerbe scheint einer
heftigen Gärung zuzutrei-
ben. Nachdem bald nach
der pariser Weltausstellung
die modernen Bestrebungen
von den „Stilkünstlern"
wieder niedergerungen wov
den waren, zumeist weil
die Übertreibungen die
neuen formen in Miß-
kredit brachten und Kauf-
leute wie Publikum sich
in den sicheren Hafen der
historischen Stile flüchteten,

— werden jetzt die Stiin-
men immer lauter, welche
die übertriebene und künst-
lich gezüchtete Wertschätzung
der Altertümer verwer-
fen, — welche eine Bes-
serung dieser Zustände
aus einer engeren Füh-
lungnahme modern arbei-
tender 'Künstler mit dem
Publikum erhoffen und den
Staat auffordern, sich der
lebendigen Kunst an-
zunehmen, indem er einer-
seits bei seinen Bauten die
modernen Bestrebungen
berücksichtigt, anderseits sein
Teil dazu beiträgt, den
künstlerischen Nachwuchs
zu iolidem Können und
das Publikum zu eigenem
Geschmack erzieht. Nach

den französischen Äußerungen über die Ausstellung
„München 1908" (f. S. 165 und 557 ff. des letzten
Jahrgangs) darf man jene Gärung wohl als eine
unmittelbare Wirkung dieser Ausstellung ansehen.

Jltfifon der gesamten Materialkunde hat
^ der „Deutsche Werkbund" in Angriff genommen.
Die Herausgabe besorgt Or. Paul Krais, Tübingen
den perlag Felix Krais, Stuttgart. Ts handelt sich
hier um ein Sammelwerk, in dem alle in Betracht
kommenden Materialien eingehend und unter den
verschiedensten Gesicbtspunkten — auch unter dem
der künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten — erklärt
und besprochen werden sollen. Das Gute, Echte
und haltbare soll dabei stets in den Vordergrund
gestellt werden. (Spezialsachverständige, die sich um

so. Vorplatz.

die Mitarbeit bemühen wollen, werden gebeten, sich
beim Herausgeber — Tübingen, Nauclerstr. 60 — zu
melden.)

—.je „Werkkunst", Organ des Vereins für
iS1 deutfcbes Runstgewerbe in Berlin, ging mit
dein 1- Oktober in den Selbstverlag des Vereins
über, womit eine Einschränkung des Textes und der
Verzicht auf bildliche Beigaben verknüpft ist. Gleich-
zeitig wurde die „Werkkunst" auch Vereinsorgan des
Magdeburger Kunstgewerbevereins.

<^ofrac Artur von Scala, Direktor des öster-
■*Y rcichischen Museums für Kunst und Industrie,
ist Ende September in Lana bei Meran gestorben;
er hatte sich erst als Vorstand des Handelsmuseums

Aunst und Handwerk. 60. Iahrg. Heft

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