Zeitschrift für christliche Kunst — 17.1904

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1904. — ZEITSCHRIFT FÜR CHRISTLICHE KUNST — Nr. 7-

220

Die kunsthistorische Ausstellung in Düsseldorf 1902.

XXVII. (Mit 2 Abbildungen.)

48. Hochgotisches
Kreuzpartikelreli-
quiar der Pfarr-
kirche zu Gräfrath

(Katalog Nr. 408).

Der Fufs nebst Schaft
dieses 55,5 cm hohen
Kreuzes ist in sorg-
samster Technik aus
Kupfer gearbeitet und
vergoldet. Achteckig
in die Breite gezogen,

entsprechend den
Kreuzbalken, deshalb
mit sechs trapezförmi-
gen Feldern versehen,
ist er auf schraffiertem
Grund mit ausgespar-
tem, etwas eingekerb-
tem und dadurch sehr

kräftig wirkendem
Rankenwerk verziert,
das charakteristisch ist
für den rheinischen Ur-
sprung um 1400. Die
schwere Galerie mit
den Eckpfeilern und
den schraffierten Blen-
den bildet den durch
Zinnenkranz vermittel-
ten Übergang zum
Schaft, und der ge-
drückte Kugelnodus
mit dem ringförmigen,
durch vier grofse Ro-
setten unterbrochenen
Inschriftfries {Sande
Cebastiane ■ ora • pro
nobis) wahrt durch diese
weit ausladenden Pasten
den Breitencharakter
des Ganzen. — Mit
dem Zapfen, der in den
Untersatz mündet, be-
ginnt das silbervergol-
dete Kreuz, und diesen
eigentlich fast bei allen
Stand- und Vortrage-
k reuzen schwachen,
weil zumeist nicht or-
ganisch gelösten Über-
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