Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

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Nr. i.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

Canalettos wurden zumeist mit mehreren
hundert Pfund bis 346,10 verkauft. Eine große
Landschaft von Ph. de Konenck ging bis
2205 £, Sargent: Miss Ellen Jerry als „Lady
Macbeth" 1260^, Whistler: Sir Henry Irving
als „Philipp of Spain" 5040^, Wynants 189,
Zoffani 441, H. Zügel 42^.

Im Februar 1906 ging ein altenglisches
weibliches Bildnis bei Christie auf 609 £. Har-
lamoff: Devotion brachte über 37 £, Hopp-
n er sehe Bildnisse bewegten sich zwischen 21
und mehr als 220 £, ein J. Israels erreichte
bei 100. (A. S. Pr.)

Bei der Auktion Gozzadini inBologna
(Mitte März 1906) erzielten D. Panetti: Bild-
nis der Beatrice d’Este 7500 Lire, ein Morone
6000 L„ ein alter Sienese 1100, ein Barnaba
da Modena 2000 L. (Fr. Ztg. 17- März 1906.)

Im März 1906 brachte in London bei
Christie der Constable: Salisbury Bridge
aus der Sammlung E.M.Denny 70.875Fran.ken.
(L. J. d. a. 4. April.)

Bei der Versteigerung Zeller durch
Lepke in Berlin gab es u. a. folgende Preise:
Ver boeckhoven „Schafe an der Futterraufe"
7500 Mk„ Verboeckhoven „Herde in der
römischen Campagna“ 4250 Mk. Bilder von
G. Max erzielten 4900,4650,3400 und 2200 Mk.
Schuster-Woldan, Largo brachte 2050 Mk.
L. Knaus, Schlittenfahrt 2000 Mk. Papperitz,
Nymphe 1150 Mk. (Berliner Tageblatt, 15. März
1906. M. A. Z. 16. März 1906.)

In Paris in der Versteigerung M. J. M. C.
de Marseille im Hotel Drouot wurden notiert:
Ch. J a c q u e (Gardeuse dePorc)mit isooFranken,
Ribot (Vieille Bohemienne) mit 600, Roybet
(Gentilhomme, epoque Louis XIII.) 1400, Ziem
(La Place Saint Marc inondee) 19.000, Ziem
(Procession ä Venise) 2600, Ziem (La maison
rose) 1810, Ziem (Le Quai des Esclavons) 13.800,
noch weitere Ziems um 4850,1600,1320 Franken.

Bemerkenswert war die Versteigerung
von nur sieben Bildern aus dem Besitze des
Comte Wal sh de Serrant am 30. März im
Hotel Drouot. Der Gesamterlös betrug 141.700
Franken. Drei Bouchersmit Amoretten brach-
ten 17.000, 20.500 und 17.700 Franken. Vier
Werke des J. B. Huet wurden mit 26.000,
14.300, 15.100 und 31.100 Franken bezahlt.

In Brüssel fand am 12. und 13. März
die Versteigerung LeonWeber (durch J. und
A. Le Roy) statt. Ein Wallfahrtszug von
Droochsloot erzielte 3iooFranken, ein Still-
leben von W. Heda 1550, ein Satyr mit
Bacchantin von Jacob Jordaens 4000, Klaes
Molenaer 2300 und 1000, PieterMolyn 1900,
ein Sorgh 1250, ein Trinker von Teniers
2500, ein Schweinemarkt von S. v. Beest 4000,
ein Van der Laemen 1800, ein Interieur de
ferme von Egb. v. d. Poel 1050, Van Goyen

1800 und 1150, Adriaen v. Ostade 3400.
(L. J. d. A.)

Am 2. April wurden zu Wien durch
E. Hirschler & Cie. die Sammlungen Prinz
Heinrich von Bourbon und Graf von
Bar di, sowie eine Anzahl von Bildern aus
anderem Besitze versteigert. Die Preise (hier
mit dem Zuschläge angegeben) waren zum Teil
überraschend. Ein angeblicher Francesco
Bassano (Nr. 1) erzielte 1175 Kronen, ein
vorzügliches französisches Bildnis (Nr. 48) nur
970 K, ein angeblicher Egbert v. Heemskerck
(Nr. 58) 792, daneben ein unzweifelhaft echter
interessanter Haensbergen nur 730 K, was
übrigens dem Werte des Bildes ungefähr ge-
mäß ist. Ein dem Jero Joachims gewiß mit
Unrecht zugeschriebenes großes, geringwertiges,
italienisches Bild aus dem 18. Jahrhundert
stieg auf 682 K, zwei für jede große Sammlung
sehr begehrenswerte Paolo de Matteis von
verhältnismäßig guter Qualität aus dem Jahre
1712 konnten es nur auf 1001 und 759 K
bringen. Danach ein Schweninger 1166; eine
sehr wenig sagende Marine von Belloni über
700 K.

Am 4. bis 7.April. Paris. Versteigerung
D. Schevitch. Backhuisen: Mer agite 200
Franken, Coello: Bildnis 750 Franken, Lukas
Cranach: Sünderin vor Christo 1350, Cra-
nach: Madonna 2500, Meister der weib-
lichen Halbfiguren: Damenbildnis 5000,
Quentin Massys: Anbetung des Kindes
12.000, Patenier: Flucht nach Ägypten 3500,
Rogier van der Weyden: Beweinung Christi
23.100, Florentinische Schule des 15. Jahr-
hunderts: Katharina von Alexandrien 7000
Franken. (L. J. d. a. 7. April 1906.)

BRIEFKASTEN.

Zahlreiche Fragen, die mir vorliegen, erfordern
ziemlich ausgedehnte Studien. Auch brauche ich zur
Beantwortung mehr Raum, als mir heute zur Ver-
fügung steht. Ich erbitte also gütiges Zuwarten.

Herrn .... Die Abgrenzung von Fächern hat
nur bedingten Wert. Sie erleichtert es, sich in der
Flucht der mannigfachsten Erscheinungen zurecht zu
finden. Jedenfalls müssen Sie Fühlung mit anderen
Wissenschaften und nicht zuletzt mit dem allgemein
menschlichen anstreben.

Frl. J .... Bitte, lesen Sie doch neben den
Zeitschriften, die ich Ihnen vor mehreren Jahren
genannt habe, auch „Feldeggs" Monatshefte „Der
Architekt“ (Wien) und die Zeitschrift „Moderne
Bauformen" (Stuttgart),

Mehrerer Zwischenfälle wegen kann
das Register für den II. Band erst
einem der folgenden Hefte beige'
' ' geben werden. ' ' -

Druck von Friedrich Jasper in Wien. — Preis dieses Heftes 2 K 40 h = 2 M.
Für unverlangte Beiträge wird keine Bürgschaft geleistet.
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