Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

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Nr. 2.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

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Stilisierte Ansichten aus der Umgebung
von Dresden und aus der sächsischen Schweiz
nach Vorbildern von P. Preißler nachge-
bildet in derselben Illustrierten Zeitung
Nr. 3281.

„Eine Künstlerkolonie im hohen Norden“,
besprochen in der Zeitschrift „Die Woche“
(1906. Heft 25). Unter anderen sind abgebildet
Holger Drachmann in seinem Ärbeits-
zimmer und Professor Tuxen vor der Staffelei.

Fritz von Uhde: Christus predigt am
See. Großer Holzschnitt nach diesem Gemälde
in J. J. Webers Illustrierter Zeitung Nr. 3279
(3. Mai 1906).

Zur Ikonographie Christi ist be-
achtenswert ein Artikel „Christ, as modern
american artists see him“ von William Griffith
in „The Crafftsman“, Juni 1906, S. 286 ff. Da-
zu Abbildungen nach Frank Vincent Du-
Mond, G. Hitchcock, Gari Melchers, Will H.
Low, Joseph Lauber, Charles Curran, Kennyon
Cox und John La Farge.

Abbildungen von „Gartenarchitektur“,
besprochen in der Zeitschrift „Hohe Warte“
(begründet von Jos. Aug. Lux), 1906, Heft 13
und 14.

Zur Physiognomik beachtenswert die
Aufnahmen, die mitgeteilt sind in „La Lettura“
(Mai 1906).

Über die Vereinigung polnischer
Künstler „Sztuka“ äußert sich die Zeit-
schrift „Hohe Warte“ (begründet von Jos. Aug.
Lux), Jahr II, S. 171 ff.

Von einer persischen Miniaturenhand'
schrift berichtet Prof. Martin Hartmann
in der Orientalistischen Literaturzei-
tung. Der Umsicht des Hallenser Antiquars
Rudolf Haupt ist zu danken, daß ein kost-
bares Stück persischer Miniaturmalerei in
deutschen Besitz gelangt ist. Die Handschrift
ist nach dem Vermerk am Schlüsse im Jahre
964 (i557) von Mahmud Ibn Ishag Assihabi
geschrieben und enthält das bekannte roman-
tische Epos Jusuf wa Zalicha von Gami. Als
Herrn Professor Hartmann das Werk vorge-
legt wurde, befand es sich in der größten Un-
ordnung; jetzt ist das Zusammengehörige zu-
sammengestellt. Das Gedicht Gamis ist bis auf
etwa zehn Seiten vollständig erhalten (136 Blatt).
In der Darstellung der Tiere zeigt sich eine
wahrhaft erstaunliche Naturbeobachtung.
Pflanzliches und Felsen sind vorwiegend sche-
matisch behandelt. Die Verzierungen dürften
zu gleicher Zeit hergestellt sein wie der Text.
Es liegt hier ein bedeutendes Denkmal der
persischen Malerei vor. Bemerkenswert scheint,
daß die Darstellung menschlicher Figuren aus-
geschlossen ist. Der Name des Malers war
bisher nirgends zu erkennen. (B. z. M. A. Z.
1906, Nr. 127.) _

TODESFÄLLE.

(Fortsetzung zu Band II, Heft 9).*)

Der Nachruf, den Aug. Marguillier dem
hingeschiedenen Kunstschriftsteller Charles
Ephrussi in der Gazette des beaux arts ge-
widmet hat, ist auch in Sonderabdruck er-
schienen. Eine Bibliographie der zahlreichen
Arbeiten Ephrussis wurde in der „Chronique
des arts et de la curiosite“ vom 4. November
1905 gegeben. — In Lüttich ist am 17. Februar
der Maler und Kunstgelehrte Jules Helbig
gestorben. (Chronique des arts etc. S. 110.)

— Am 22. Febr. zu Paris der Maler Adrien
Moreau. — Zu Friedenau verschied am
26. Februar der Kunstschriftsteller Dr. Adolf
Rosenberg („Über Land und Meer“ 1906,
Nr. 25). — Am 27. Februar starb Dr. Wolf-
gang Kallab, Adjunkt am Hofmuseum zu
Wien. (N. Fr. Presse 5. März 1906.) — Am

I. März starben der Genremaler Al, Eckhardt
zu München und der Landschaftsmaler K. G.
Rodde zu Großlichterfelde („Die Kunst für
Alle“ 15. April 1906). — Am 4. März zu Wies-
baden der Lübecker Maler Joh. Wilh. Jür-
gens (Kunst-Chronik N. F. XVII, Nr. 18).

— In der ersten Hälfte des März starben: Zu
Meran Maler W. Queck aus Leipzig, zu Paris
die Malerin Fr. Tomine (geb. Steinthal),
eine Schülerin Lenbachs im Alter von 38 Jahren,
und zu Maintenon der Lithograph und Kupfer-
stecher A. V. Deroy (K. Chr. Nr. 18). — In der
Nacht vom 6. auf den 7. März verstarb zu
Paris der Landschaftsmaler JeanDesbrosses.
Er wurde am 10. März zu Auteuil begraben
(„Le journal des arts“ vom 10. und 14. März).

— Zu Paris endete am 27. März der berühmte
Maler Eugene Carriere in schmerzvoller
Weise. (Zahlreiche Kunstzeitschriften veröffent-
lichten Nachrufe.) — Am 28, März starb zu
Budapest der Maler Alexander Bihary
(„Die Zeit“ 29. März, Kunst-Chronik vom
13. April). — Im Laufe des März sind gestorben
Jean Bapt. Millet, der Bruder des berühmten

J. F. Millet. Jean Baptiste starb zu Auvers
sur Oise (Chronique d. a. 31. März 1906),
ferner Walter Gurk (Porträtmaler aus
Lindenau, tätig in Leipzig) zu Meran (Chr.
d. a. vom 24. März).

(Aus Raummangel müssen die weiteren Mitteilungen
für ein nächstes Heft aufgeschoben werden.)

BRIEFKASTEN.

Fr. B .. . Das Bild von Waldmüller in der
Sammlung der Frau Baronin Ferstel habe ich Ihnen

*) Es sei darauf hingewiesen, daß ein Abschnitt
„Todesfälle“ im ersten Heft der „Beilage“ vorkommt.
Die dort genannten Namen konnten ins Register über
das Hauptblatt nicht aufgenommen werden.
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