Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

Page: 57
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Nr. 3.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

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Über „Österreichische Kunst in London“
(Earls Court Exhibition) berichtet Paul Althof
in der „Neuen Freien Presse“ vom 9. August.

Gertrud Wurmb, eine impressionistische
Malerin, die 1906 in der Münchener Künstler-
genossenschaft ausgestellt hatte, wird gewür-
digt durch Fritz Stahl im Berliner Tageblatt
vom 12. Juli 1906.

Über einige Gemälde im Buckingham
Palace schreiben L. Cust und Herb. Cook im
„Burlington Magazine“ (Maiheft) 1906.

Von der Sammlung der Mme. Esnault-
Pelterie handelt die Zeitschrift „Les Arts“
1906 (Juniheft). Abbildungen nach E. Dela-
croix, J. F. Millet, Corot, Ricard Daumier,
Iongkind und anderen.

Vornehm stilisierte Glasbilder von A.
Viegelmann in München (einem geborenen
Hamburger) sind abgebildet und besprochen
in „Kunst und Handwerk“ 1906, Heft 9.

Von fachmännisch gepflegten oder sonst
vor Schaden bewahrten Gemälden an ver-
schiedenen Orten Sachsens, in Augustusburg,
Döbeln, Dorfschellenberg, Dresden (im Palais
des Großen Gartens), Herwigsdorf, Klingen-
berg, Kötzschenbroda, Leipzig (in der Univer-
titätsbibliothek Werke von Änton Graff,
ferner im „Römischen Hause“ Werke von Fr.
Preller), Leuba, Meinersdorf, Niedergurig,
Schönfeld u. a. handelt der „Bericht der Kom-
mission zur Erhaltung der Kunstdenkmäler
im Königreich Sachsen“ (über die „Tätigkeit
in den Jahren 1903, 1904 und 1905“)- In einigen
Fällen sind Abbildungen derselben Gemälde
vor und nach der Wiederherstellung beige-
geben. Die Instandsetzung der Bilder geschah
zumeist durch die Herren Nahler und Jantsch.
Gewöhnlich wurde deren Name und die Zeit
der Restaurierung auf der Kehrseite der Ge-
mälde vermerkt.

In der „Chronique des arts et de la Curio-
site“ vom 26. Mai 1906 bespricht F. Schmidt-
Degener die Erhaltung der Gemälde in
italienischen Sammlungen (nach dem
Bulletyn des nederlandschen oudheidkondigen
Bond, vergl. S. 43 dieser Blätter, Bd. III).

„La caricatura e i comici vecchi e
nuovi.“ (Kurzer Artikel mit Abbildungen in
„La Lettura“ Jahr VI, Heft 6.)

Zahlreiche Miniaturen von Isaak und
Peter Oliver, abgebildet im Aprilheft und
Maiheft von „The Burlington Magazine“ 1906.

RUNDSCHAU.

Amsterdam. Die Galerie des Ryks-
museums wächst mächtig an. Vor einiger
Zeit hat Riemsdyck ein neues Supplement zu

seinem Katalog drucken lassen, das über
hundert Gemälde, Pastelle und gerahmte
Zeichnungen aufzählt. Zahlreiche Nummern
werden dem Vermächtnis des Fräuleins M. E.
van den Brink aus Velp bei Arnheim ver-
dankt. Die Familie v. d. Brink stammt aus
der des Malers Ludolf Backhuysen. Auch an-
dere Geschenke, einige Leihgaben und An-
käufe werden verzeichnet.

Amsterdam. Die Kunsthandlung Fre-
derik Müller & Cie. hat zum Rembrandt-
jubiläum eine Ausstellung von Werken hol-
ländischer Meister des 17. Jahrhunderts voran
Rembrandts veranstaltet, die vieles Inter-
esse erregt. Ein prachtvoll ausgestattetes Al-
bum, ein netter Katalog wurden ausgegeben.
Die Bilder Rembrandts in dieser Ausstellung
sind folgende: ein Zacharias, ein bisher un-
bekannt gebliebenes Selbstbildnis und das
lachende Gesicht des jungen Rembrandt oder
einer anderen Persönlichkeit. Von Jan Steen
ist eine Hochzeit zu Cana ausgestellt. Auch
Frans Hals, Terborch, Paulus Potter sind u. a.
in der Ausstellung vertreten („De Standart“
16. Juli 1906 und D. N.).

Im Kupferstichkabinett hat E. W.
Moes eine Ausstellung von außerholländischen
Kunstdrucken nach Rembrandt zusammen-
gestellt. Unter den ältesten Blättern sei Jerom
Davids Kopie nach Van Vliet genannt. Die
meisten Stiche nach Rembrandt gehören dem
18. Jahrhundert an. Aus dem 19. Jahrhundert
sind viele Radierungen, auch Steindrucke da.
Von neueren Künstlern werden u. a. W. Unger,
Waltner Koepping genannt (Algemeen Handels-
blad, 12. Juli 1906).

Berlin. Über die Sammlung James Simon
im Kaiser Friedrich-Museum schreibt Dr. Held
in der „Antiquitäten-Rundschau“ vom 21. Juli
1906. — Von einem Legat des Londoner
Sammlers Beit berichtet W. Bode in Seemanns
Kunstchronik Nr. 31. Vergl. auch Chronique
des arts et de la curiosite (28. Juli 1906).

Besanqon. Vom 30. Juni bis 5. September
„Exposition retrospective des arts en
Franche-Comte“, Unter den ausgestellten
Bildern werden genannt solche von Cour bet
und Geröme, Gigoux, H. Baron, Faustin
Besson und nicht zuletzt von James Tissot
(Chr. d. a. S. 233).

Czernowitz. Um die Mitte Mai wurde
die dritte Jahresausstellung der Gesell-
schaft der Kunstfreunde eröffnet. Sie war
unter anderen auch vom österr. Künstlerbund
beschickt worden. (N. Fr. Presse, 18. Mai
1906.) In Czernowitz hat sich jüngst ein Verein
gebildet, der die Schaffung einer Landes-
gemäldegalerie bezweckt (N. W. Tagblatt,
25. Juli 1906).
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