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Frimmel, Theodor von [Hrsg.]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

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Heft 7
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Ein signiertes Werk von Gerard Wigmana
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Reisenotizen aus der Stuttgarter Galerie: September 1906
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https://doi.org/10.11588/diglit.27900#0141

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Nr. 7.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

113

mier. 1764 zu Antwerpen: Scipio und
seine Braut um 76 Gulden („Wissel
Geld"). 1765 im Haag: Eine Susanna
und die Alten 10 Gulden, ein Julius
Cäsar 11 Gulden. 1765 bei einer anderen
Auktion im Haag: Alexander auf dem
Krankenbett 74 Gulden. 1767 zuAmster-
dam: Joseph und Putiphars Frau 32 Gul-
den (nach Hoet III). — In Burtins
Katalogauszügen wird ein Wigmana er-
wähnt, der bei einer Brüsseler Auktion
zwischen den Jahren 1773 und 1779
230 Gulden brachte: Jupiter und Danae
(vgl. „Catalogue de tableaux, vendus k
Bruxelles depuis l’annee 1773“). — Im
Katalog J. B. van Lancker (Antwerpen,
1835) kommt ein Wigmana mit 13 Fi-
guren vor. Nr. 127 „La continence de
Scipion“. — Auf der Auktion Ralph
Bernal in London kam 1855 ein Wig-
mana vor: Zar Peter beim Mahl und
viele andere Personen.

Wie man sieht, wiederholen sich
mehrere Bilder mehrmals in dieser alten
Erwähnung. Somit ist es eigentlich gar
wenig, was aus den für viele andere
Maler recht ergiebigen Katalogquellen
zu schöpfen war. Wohin sind nun
Wigmanas Bilder gekommen? Diese
Frage drängt sich auf. Denn es wider-
spricht ebenso der allgemeinen Wahr-
scheinlichkeit wie den Angaben Van
Gools, daß Wigmana in seinem nicht
kurzen Leben nur die paar Bilder ge-
schaffen haben sollte, die augenblicklich
nachweisbar sind. Wir sehen uns zur
Annahme gedrängt, daß so und so viele
seiner Werke zugrunde gegangen und
daß die meisten übriggebliebenen im
Kunsthandel oder auch in kleinen Samm-
lungen falsch gemeldet sind. Auf zwei
unrichtig benannte Werke des süßen
Feinmalers konnte ich selbst hinweisen.
Die Kunstfreunde vom Bilderfach seien
hiemit gebeten, noch weitere Arbeiten
Wigmanas aufzustöbern, die sich gewiß
da und dort unter den Namen Van
Limborch, Van der Burgh, Van der

Werff, Philipp Van Dyck, am wahr-
scheinlichsten aber unter der Benennung
Willem van Mieris vorfinden.

REISENOTIZEN AUS DER
STUTTGARTER GALERIE.

(September 1906.)

Seit 1881 kenne ich die Gemälde-»
Sammlung im königlichen Museum der
bildenden Künste zu Stuttgart. Wieder-
holt habe ich sie durchstudiert, auch
wenn ich eingestehen muß, daß dies
niemals unter sonderlich günstigen Um-
ständen geschehen ist. Meine ersten
Studienbesuche geschahen noch in der
Zeit des alten, sehr „provisorischen“ Ver-
zeichnisses und seiner schwachen Nach-
folger. Einige Beobachtungen wurden
danach mitgeteilt in Lützows Kunst-
chronik, Neue Folge VI, Nr. 3 (vom
25. Oktober 1894). Jüngst, als ich, den
neuesten besseren Katalog von Lange
in der Hand, einige alte Bilderbekannte
aufsuchen wollte, waren mehrere Wände
verdeckt, einer Rembrandt-Ausstellung
wegen, die ja interessant war, aber meine
Zwecke durchkreuzte. Indes konnte die
übrige, freigebliebene Galerie ungestört
betrachtet werden. Es gab für mich
manches Neue in der Sammlung, das
auch denjenigen meiner Leser neu sein
dürfte, die mehrere Jahre lang nicht in
Stuttgart gewesen waren. Nicht zuletzt
fielen mir zwei altertümliche Stücke als
neu eingereiht auf: Die Bogenfüllung
aus Bebenhausen und ein altböhmi-
sches Altarwerk mit der Datierung
1385. Dieses Altarwerk steht schon im
neuesten Katalog (als Nr. 94 A) be-
schrieben. Es erregt durch seine Stil-
merkmale, Inschriften und durch seine
Technik das Interesse der Forscher. Die
Vorderseite zeigt über dem Holz noch
Leinwand, dann sehr dicken weißen
Grund. Die bemalte Kehrseite blieb ohne
Leinwandüberzug. Einige Silbernimben
 
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