Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

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BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

Nr. 6.

Berlin. Im Königlichen Kupferstich'
kabinett eine Ausstellung „Alt - Berlin“
(B. T„ 23. November).

— Verschiedenartige Ausstellungen in den
Kunsthandlungen Schulte, Keller & Reiner,
Cassirer, Gurlitt.

— Im Künstlerhause Ausstellung von
Werken einiger junger Wiener Maler.

— Die Miniaturenausstellung bei
Friedmann und Weber umfaßt mehr als
1400 Nummern.

— Die Kommission für die große
Kunstausstellung von 1907 ist zusammen-
getreten und hat den Maler Otto Heinrich
Engel zum Vorsitzenden gewählt (B. T.,
20. November).

— Über die Versteigerung Königswarter
berichtet ein besonderer Artikel.

— Am 4. Dezember wird im Kunst-
auktionshaus Rudolph Lepke (SW. 68)
die „Galerie Fabritius“ aus Kiew versteigert,
eine Sammlung alter Gemälde, deren 163 vom
illustrierten Katalog verzeichnet werden.

Brüssel. Eine Ausstellung der Werke
von Alfred Stevens wird vorbereitet. (See-
manns Kunstchronik Nr. 5.)

Budapest. In der Kunsthandlung „Ura-
nia“ verbrannten unlängst mehrere Kunst-
werke, u. a. auch etliche Gemälde. (Neue Fr.
Presse, 19. November.)

— Kultus- und Unterrichtsminister
Graf Albert Apponyi brachte im Abge-
ordnetenhause zwei Gesetzentwürfe ein,
welche den Zweck verfolgen, die unga-
rische Hauptstadt um zwei neue Mu-
seen zu bereichern.

In dem ersten Gesetzentwurf wird aus-
gesprochen, daß die von der Witwe des ver-
storbenen Magnatenhausmitgliedes Georg Räth
dem Staate geschenkte Sammlung von Objekten
der bildenden Künste und des Kunstgewerbes
vom Lande angenommen und unter dem Titel
„Georg Rathsches Landesmuseum“ als
öffentliche Institution verwaltet werden wird.
Der Inventarwert der Sammlung wurde mit
1,144.230 Kronen festgestellt. Für die Zwecke
des Museums wird jene Villa verwendet
werden, welche Georg Rath bei Lebzeiten be-
wohnte.

In dem zweiten Gesetzentwürfe wird die
Regierung ermächtigt, die vom Maler Karl Lotz
hinterlassenen Bilder, Studien, Skizzen, Kartons
und Handzeichnungen um den Kaufpreis von
300.000 Kronen zu erwerben. Wo diese Samm-
lung, welche aus 1218 Stücken besteht, unter-
gebracht werden soll, darüber wird vorläufig
keine Verfügung getroffen. In dem neuen
Museum der schönen Künste gibt es keinen
Raum für sie. (Neue Freie Presse, 16. November
1906.)

Dessau. In der Anhaitischen Kunst-
halle Sammelausstellungen Karl Arp aus
Weimar und Paul Rieß aus Dessau. (Anhai-
tischer Staatsanzeiger, 25. November 1906.)

Dresden. Die Königliche Gemälde-
galerie ist durch sechs Gemälde bereichert
worden. Es sind Werke von W. Kalf, Egb.
v. d. Poel, drei von A. L. Richter und eines
von K. Schuch. Fünf davon sind Geschenke
des Herrn Ed. Cichorius. (B. T., 11. No-
vember und D. N.)

— Die neue Ausstellungsgalerie Ernst
Arnold ist vor kurzem eröffnet worden. Z.

Gubbio. Ein Fresko aus der Schule
Giottos wurde vor einiger Zeit entdeckt. (See-
manns Kunstchronik Nr. 5.)

Hamburg-. Die Kunsthalle hat ein
Bildnis von Hans von Marees erworben,
ein Werk aus dem Jahre 1863 (Hamb. Frem-
denblatt, 21. November).

— In Commeters Kunstsalon Aus-
stellung von Werken Anders Zorns, Emil
Orliks und anderer.

— Bei Louis Bock: Ausstellung der
Galerie Heinemann.

— Im Kunstgewerbehaus Hulbe soll um
den Anfang Dezember eine Ausstellung „Das
Hochgebirge und seihe künstlerische Dar-
stellung“ eröffnet werden (Hamburger Nach-
richten 18. November 1906).

Köln. Durch die Firma J. M. Heberle
(H. Lempertz’ Söhne) werden am 26. und
27. November die alten Gemälde aus dem
Nachlasse Carl Goßmann versteigert (Breite
Straße 125 127). Der beschreibende Katalog
enthält zahlreiche gute Lichtdrucke.

Am 27. und 28. November folgt in dem-
selben Auktionshause eine Versteigerung alter
und neuer Gemälde aus verschiedenem Besitz,
unter anderem aus einem rheinischen Schlosse.
Der illustrierte Katalog beschreibt auch zwei
Werke von A, Böcklin (mythologische Land-
schaft und der rasende Roland).

Leipzig. Das städtische Museum hat
je ein Gemälde von Leo Putz und Hans
Thoma erworben (III. Ztg. Nr. 3307).

London. Ausstellung von Werken Hol-
man Hunts in der Galerie Leicester.
(Chr. d. a. 24. November.)

München. Die Sezession hat vor
kurzem folgende Bilder verkauft: Eugene
Carriere, Paris. — „Frauenkopf (Profil)“, Öl-
gemälde; Paul Crodel, München. — „Herbst-
abend“, Ölgemälde; August Fricke, München.
— „Am Klavier“, Ölgemälde; Ernst Oppler,
Berlin. — „Hausgang“, Ölgemälde; Hans Beat.
Wieland, München. — „Bergsonne“, Ölgemälde:
Martin Meyer-Pyritz, Steglitz bei Berlin.

Die Münchener Sezession beabsichtigt,
während des Januars 1907 im Ausstellungs-
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