Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

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BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

Nr. 7.

schrift für Bücherfreunde, November 1906,
Kl.-Fol.)

Kurz nacheinander sind mehrere Arbeiten
über den sonderbaren Maler-Schriftsteller
J. P. Lyser erschienen: Heckschers kleines Heft
im Sommer, Hirschbergs größere, reich illu-
strierte Arbeit im Herbst 1906. Vor beiden
hatte sich im Frühling des vorigen Jahres die
Leipziger Illustrierte Zeitung über Lyser ge-
äußert, allerdings nur in einem mäßig langen
Artikel, der nicht auf Vollständigkeit Anspruch
machte. Die Schriften von Heckscher und
Hirschberg sind unabhängig voneinander ent-
standen und ergänzen sich gegenseitig. Hirsch-
berg verfügte übrigens über mehr Material
und legte seine Arbeit von vornherein breiter
an als Heckscher.

Helene Richter: „William Blake.“
(Straßburg i. E., Heitz, 1906, 8°.) Eingehende
Lebensbeschreibung und Würdigung des
Maler-Dichters, der von 1757 bis 1827 lebte.

Karl Scheffler: „Max Liebermann.“
(München und Leipzig, R. Piper & Co., 8".)

„Handzeichnungen alterMeister aus
der Albertina und anderen Samm-
lungen“, herausgegeben von Dr. Jos. Meder.
(Wien, Ferdinand Schenk, Fol.) Diese Ver-
öffentlichung ist nunmehr schon beim eilften
Bande angelangt und bildete jüngst bemerkens-
werte Zeichnungen nach Gemälden aus der
Albertina in Wien, der Sammlung A. v. Lanna
in Prag und aus dem Besitz des regierenden
Fürsten Johann von und zu Liechtenstein ab.

„Die Kunst für Alle“ (herausgegeben
von F. Schwartz, München, Verlagsanstalt F.
Bruckmann A. G.) ist beim 8. Heft des
XXII. Jahrganges angelangt und bietet in
dieser Lieferung unter anderem einen Artikel
über Max Liebermann. Dazu viele Ab-
bildungen im Text und eine Farbendrucktafel
nach Liebermanns „Seilerbahn“. Die unmittel-
bar vorhergehenden Hefte enthielten eine
Studie über den Bildhauer Reinhold Begas,
dessen gemaltes Eigenbildnis abgebildet ist,
ferner einen Artikel über „Das Weiß in der
deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts“,
einen weiteren Artikel über Claus Meyer und
überdies reichliche Nachrichten über das
gegenwärtige Kunstleben in Deutschland.

„Onze Kunst“ (Antwerpen, J. E. Busch-
mann, Amsterdam, L. J. Veen) steht im 5. Jahr-
gang. Diese luxuriös ausgestattete Kunstzeit-
schrift brachte gegen Ende 1906 eine große
Studie von Jacques Mesnil über einige Stiche
aus dem 15. Jahrhundert, ferner einen langen
Bericht von Arnold Goffin über die Ausstellung
neuer Kunst zu Gent und mehrere Kunst-
berichte.

Die „Zeitschrift für bildende Kunst“
brachte in den letzten Monaten des Jahres

Studien über die niederländischen Gemälde
der kaiserlichen Akademie der Künste zu
Sankt Petersburg (von A. Neoustroieff), über
den modernen Maler Leo Putz (von Wilhelm
Michel) und über „Zwei Jahrhunderte russi-
scher Kunst“ (von J. Grabar). Eine große
Anzahl kleinerer Arbeiten, auch in den Bei-
blättern „Kunstchronik“ und „Der Kunst-
markt“, berühren mannigfache Gebiete und
Interessen der Kunst.

„Kunst und Künstler“ (Berlin, Verlag
Bruno Cassirer) erscheint, wie bekannt, in
reich illustrierten Heften, die sich hauptsäch-
lich mit moderner Kunst beschäftigen, aber
gelegentlich auch ältere Meister, wie z. B.
jüngst den Plastiker Francesco da Sant’ Agata
besprechen. Man findet in „Kunst und Künstler“
häufig Studien über die impressionistische
Richtung der Malerei und ihre Vertreter
seit Manets Wirken in Frankreich und
Max Liebermanns Schaffen in Deutschland.
„Kunst und Künstler“ steht jetzt beim
V. Jahrgang.

Die „Rassegna d’Arte“, geleitet durch
Guido Cagnola und Francesco Malaguzzi-
Valeri (Verlag von Menotti Bassani & Co. in
Mailand, Via Castelfidardo 7 bis 9), brachte
gegen Ende des Jahres 1906 sehr gehaltvolle
Artikel, z. B. einen von T. Gerevich „Sull’ori-
gine del Rinascimento Pittorico in Bologna“
(mit Abbildungen nach Lippo diDalmasio
und Jacopo Avanzo, Cristoforo da Bo-
logna u. a.), ferner eine Studie von Ant.
Massara „I primordii dell'arte novarese“ (Ab-
schluß im Dezemberheft), bedeutsame Mit-
teilungen von G. Frizzoni über einige italieni-
sche Bilder der Galerie zu Dijon und zahl-
reiche kleinere Notizen, die sich zum Teil auf
Gemälde beziehen.

Die „Gazette des beaux-arts“ hat vor
kurzem den Jahrgang 1906 abgeschlossen. Wie
sonst, brachte sie auch in jüngster Zeit stets
Artikel von mannigfachem Interesse, Arbeiten,
die auf alle Gebiete der Kunst Rücksicht
nehmen. In jüngster Zeit erschien eine Studie
von E. Pottier über griechische Vasen. Auch
die Technik der Vasenmalerei wird dabei be-
rührt. Den „Salon d' Automne“ bespricht Paul
Jamot. D. Roche studiert den kleinrussischen
Maler V. L. Borovikovski (1757—1825). Über
die italienischen Impressionisten schreibt R.
Marx. Louis Dimier steuert einen Artikel bei
über: „Le portrait de Charlotte de France du
presume Jean Clouet.“ Auguste Marguillier
stellte eine Bibliographie zusammen. Man
weiß es, daß die Hefte der „Gazette des beaux-
arts“ vorzüglich illustriert sind.

„Kunst und Kunsthandwerk“ (Mo-
natsschrift des k. k. Österreichischen Museums
für Kunst und Industrie; herausgegeben und
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