Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

Page: 142
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142

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

Nf. 8.

Streifens hingewiesen. Die Cartellini des Altarwerkes angebracht. Auf dem
sind nur an den drei mittleren Tafeln Cartellino links steht:

BARTHOLOMEVS VI VA RIN VS DE MVRIANO PINXIT . 1477
Auf dem Mittelbilde folgt eine längere Zeile:

SAMBR VIV1AN1 CAST SANT' ... VIC SPETRYS MVNT1 SCRIECONF

Bartolommeo Vivarini: Altar mit fünf Heiligen. (Wien, kaiserliche Galerie.)
Aufnahme und Klischee von J. Löwy in Wien.

Auf der Tafel rechts von der Mitte:
IACOBVS DE FAENCIE IN CISIT . *)
Die Inschrift auf dem ersten Bande
ist eine gewöhnliche Signatur und Da-
tierung und muß dem geübten Bilder-
freunde verständlich sein.**) Keinerlei

*) Eine Faksimilierung auf Grundlage
einer Photographie glückte nicht nach Wunsch.

**) Auf das gleichzeitige Vorkommen
von arabischen Ziffern und eleganter Kapitalis
in den Inschriften italienischer Maler der
Renaissance, auch in den Inschriften des Bart.
Vivarini ist längst in meinem Handbuch der
Gemäldekunde hingewiesen. Die erst vor

Bedenken obwalten, auch die dritte'"In-
schrift zu deuten, und zwar auf den
Bildschnitzer, der den Rahmen ge-
fertigt hat und der Jacobus de Faencie
genannt wird. Das mittlere Band will
des besonderen betrachtet sein.

Vorerst gehe ich noch auf den Er-
haltungszustand aller drei Inschriften

einiger Zeit wiederhergestellte Ancona des
B. Vivarini in Lussin grande fügt sich in be-
zug auf die Ziffernform und die sonstige In-
schrift ganz naturgemäß zwischen die da-
tierten Werke von 1465 in Neapel und die
Ancona von 1477 in Wien.
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