Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

Page: 198
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BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

Nr. io.

Brügge. Ausstellung vom goldenen Vließ.

Brüssel. Vor kurzem sind einige be-
deutsame Ausstellungen abgehalten worden,
eine Stevens-Ausstellung im „Salon“, eine
Verheyden-Ausstellung im „Cercle ar-
tistique litteraire“, wo jetzt auch der lebende
Maler Fr. Courtens durch eine Reihe kraft-
voller Werke vertreten ist. (FrankfurterZeitung
5. Juni 1907.)

Darmstadt. Der achte internatio-
nale kunsthistorische Kongreß wird
hier vom 24. bis 26. September tagen. (D. N.)

Dresden. Anfangs Juni hat die feierliche
Grundsteinlegung des neuen Künstlerhauses
stattgefunden. (Z.)

Düsseldorf. Dritte internationale
Kunstausstellung.

Frankfurt a. Main. Von den Gemälden
des Königsleutnants sind 86 Bilder für das
Goethe-Museum angekauft worden. Die
Blätter für Gemäldekunde haben von der
Angelegenheit schon vor einiger Zeit gehandelt.

— Eine Spaltung der Frankfurter Künstler-
schaft hat zu einer Art Sezession geführt.
Die austretende Künstlergruppe bereitet eine
Ausstellung vor. (Berl. Tagebl. 1. Juni 1907.)

Florenz. Die Uffiziengalerie hat eine
Reihe von Selbstbildnissen alter und neuer
Maler erworben. (Z.)

Haag (s’Gravenhage). Im Mauritshuis
ist der von Direktor Bredius entdeckte Ver-
meer van Delft ausgestellt. Der Freundlich-
keit des genannten Gelehrten verdanke ich die
Abbildung, die nachgeliefert wird. Das Urbild
ist mir noch unbekannt. Wenn übrigens Bre-
dius das Original genau studiert hat, bringt
man der Benennung alles Vertrauen ent-
gegen. Aber wenn Dr. W. M. in einem an-
deren Falle das Original gar nicht kennt und
nach einer mangelhaften Abbildung urteilt,
hat das keine Bedeutung.

Hamburg. G. Hulbes Kunstgewerbehaus
ist umgebaut und erweitert worden. Dort eine
Ex-libris-Ausstellung, eine Ausstellung il-
lustrierter Postkarten und die Kunstwart-
Ausstellung, die vor einiger Zeit in Altona
zu sehen war. (Hamburger Fremdenblatt,
30. Juni 1907.)

Heidelberg. Die Söhne des im Februar
dieses Jahres in Berlin verstorbenen Groß-
industriellen Ernst Posselt, eines geborenen
Heidelbergers, haben eine von ihrem Vater
hinterlassene Sammlung von Gemälden alter
niederländischer Meister der Stadt Heidelberg
unter der Bedingung zum Geschenk gemacht,
daß sie als „Posselt-Galerie“ an die städti-
sche Kunst- und Altertümersammlung an-
gegliedert wird. (Bert. Tagebl. 28. Juni 1907.)

Kl&genfurt. Dort wurde ein Kunst-
verein für Kärnten gegründet, der seine

Ausstellung am 1. August eröffnet. (Wiener
Tagesblätter.)

Köln. Äussteltung in der „Flora“.

Leipzig. Die Ausstellung von Gemälden
Anton Graffs im Kunstverein hat Anklang
gefunden. Die 28 wertvollen Gemälde gehören
der Leipziger Universitätsbibliothek, die sie
von der Witwe des Buchhändlers Ph. E. Reich
als Vermächtnis erhalten hat. (Z.)

Lemberg. Die Galerie Jakowicz in Sitt-
kowce in der Ukraine soll von der Gemeinde
Lemberg angekauft werden. (B. T.)

London. Für die National Gallery ist
aus dem Palazzo Cattaneo in Genua Van Dycks
Bildnis des Giov. Batt. Cattaneo angekauft
worden. Ein zweites Exemplar des Bildes,
das in London in der Graves-Kollektion hängt,
macht sich nun geltend und veranlaßt Mei-
nungsverschiedenheiten über die Echtheit
des Genueser Exemplares. („The Standart“,
23. Juli.) Noch verwickelter wird die Frage
durch das Auftauchen eines dritten Exem-
plares in Ramstad bei Mr. H. Wye. („Corriere
della Sera“, 25. Juli.)

— Sommer-Ausstellung von Werken
lebender Meister in der New Gallery (Re-
gentstreet 121).

— Im „Älpine-Club“ Ausstellung von
Werken der Maler Roger Fry und Neville
Ly tton.

— Bei Paterson (5, Old Bondstreet) Bild-
chen von Paul Maitland und anderen. („The
Times“ 13. Juli 1907.)

— Bei Arthur Tooth and Sons (New
Bondstreet 175) ist u. a. der neueste Alma
Tadema: „Caracalla und Geta“ ausgestellt.
(T. S. 24. Juli.)

Mannheim. Große Jubiläumsaus-
stellung.

München. Ausstellung im Glaspalast.
— Der Kunstverein hat eine Gussow-Aus-
stellung abgehalten. — Aus der Kunstschau
der Sezession sind folgende Ankäufe zu
melden: Durch den Prinzregenten Luitpold
wurde angekauft das Ölgemälde „Schwim-
mende Gänse“ von Rudolf Schramm-Zittau
in München. — Vom Bayerischen Staate wurde
für die K. Pinakothek erworben: Das Öl-
gemälde „Interieur“ von Professor Adolf
Hengeler in München; das Ölgemälde „Bahn-
hof im Winter“ von Professor Hermann
Pleuer in Stuttgart; das Ölgemälde „Traurige
Nachrichten“ von Geheimrat Professor Gott-
hardt Kuehl in Dresden; das Ölgemälde „Der
gelbe Saal“ von Professor Franz Skarbina
in Berlin; das Ölgemälde „In der Quellen-
gasse“ von Charles Vetter in München. Die
Sezession selbst erwarb für ihre Galerie das
Ölgemälde „Der Musiker Ansorge“ von Louis
Corinth in Berlin. — Von Privaten wurden
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