Deutscher Wille: des Kunstwarts — 32,1.1918

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tes und das von Georg Broel als
einer Federzeichnnng gcgeben. Im
selben Hefte ist die Notiz „Der einge-
schnrolzene Herder" dahin zu verbessern,
daß es sich nicht nm das Herder-, son-
dern nnr das Gassersche Wieland-
Denkmal in Weimar handelt.

Politik

olitik ist an sich keine Logik nnd
keine exakte Wissenschaft, sondern es
ist die Fähigkeit, in jedem wechselnden
Moment der Situation das am wenig-
sten Schädlrche oder das Zweckmäßigste
zu wählen. Bismarck

Ansre Bilder

^ ^ nser erstes Bild, der Tiefdruck nach einer Radierung aus Alexander
/I Friedrichs Faust-Zyklus, ist schon im vorigen tzefte mitbesprochen wor-
'^^'den. In dem Aufsatz über den neuen Griffelkunst-Poeten: „Man blicke
auf dieses Hochgebirg — es ist noch nicht erstarrt, es ist im Erstarren,
und des Künstlers und unserm Auge zeigt es den Gletscher, daß er fließt.
Immer isr bei Friedrich »höherer Ordnungen Sinn« dabei, wie dieser Aberberg
da über den Bergen, unmöglich als Berg, unmöglich als Wolke, und doch
überzeugend für den, der das Gefühl »Hochgebirge« kennt — mit seinem
Emporheben über alles, auch über den Gipfel noch hinauf." Daß Bilder desto
mehr willige Vertiefung verlangen, je weiter sie sich von Wirklichkeits-Wieder-
gabe entfernen, je mehr sie also das innere „Schauen" in Anspruch nehmen,
diese Tatsache braucht kaum einen Hinweis. Wer sich in solche Kunst mit
seiner Phantasie nicht zu versenken strebt, der tut gewiß besser, ihr fern
zu bleiben. Ium mindesten: der sollte nicht über sie mitreden, denn was er
etwa über Artistischcs zu sagen weiß, das kann ja bei solcher Kunst (wie bei
der Klingers) doch nur die Oberfläche umtasten.

Die Zeichnungen von Max Slevogt sind Bilder aus einem nnsrer liebens-
würdigsten Bücher, der Morgensternschen Bearbeitung der „Märchen vom Rübe-
zahl" des Musäus, die mit Slevogtschen Zeichnungen bei Bruno Cassirer in
Berlin erschienen ist. Da ist alles Heiterkeit und gute Laune, nicht nur die
Stoffgestaltung, sondern auch die Ieichnung als solche bis zum letzten Strich.

Das Bild im Texte, aus dem „Bild als Narr", dient, wie die Beischrift
besagt, besonderen Zwecken.

Die Kopfleiste gibt ein Spielmannsbild von I. V. Cissarz wieder. Das
Schlußstückchen ist wieder eine kleine Nebenblume Dürerscher Zcichner-
phantasie.

Herausgeber: vr. k. c. Ferdinand Avenarius in Dresden-Blasewitz; verantwortlich: der
Herausgeber. Mitleitende: Artur Bonus, vr. P. Th. Hoffmann und Wolfgang Schumann —
In Oslerreich-Ungarn fur Herausgabe u. Schriftleitung verantwortlich: vr. Richard Batka in Wien Xlll/e —
Sendungen fur den Text ohne Angabe eines Personennamens an die »Kunstwart-Leitung*irr
Dresden-Blasewitz — Manuskripte nur nach vorheriger Vereinbarung, widrigenfallS
keine Verantwortung übernommen werden kann — Verlag von Georg D. W. Eallwey — Druck von
Kastner L Eallwey, k. Hofbuchdruckerei in München — Geschäftsslelle für Berlin: Georg Siemens, ^ s?»
Nklrfürstenstr. 8 — Geschäftsstelle für üsterreich-Ungarn: Hofbuchhandlung Moritz Perles, Wien l, SeilergasseH
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