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Albrecht, Heike [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 26,1): Landkreis Stade: ohne die Städte Stade und Buxtehude — Braunschweig, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44441#0209
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lieh zwei gebuckelte Fußstreben in der Spitze
angeordnet. Aufwendige Schnitzereien zieren
die Schwellhölzer, Konsolen und Balkenköpfe.
Eine deutlich schlichtere und insgesamt
schmucklose Giebelausbildung mit nur gerin-
gen Vorkragungen, wie sie Mitte des 19.Jh. ge-
bräuchlich wird, kam an dem Zweiständerbau
Nr. 112 zur Anwendung, dessen Wirtschaftsteil
an den Seiten hervortritt. Zuletzt sei der pfan-
nengedeckte Vierständerbau Nr. 114 mit einer
klassizistisch geprägten Giebelgestaltung er-
wähnt, der um die Mitte des 19.Jh. entstanden
sein dürfte. Das Resultat eines späteren Um-
baus wird der mittige, hinter Säulen zurücklie-
gende und mit gebogenen Hölzern überspann-
te Eingang sein.
Durch übereinander stehende Ständer ist die
strenge Gliederung des Doppelstielfachwerks
an dem Einzeldenkmal Nr. 82 noch wesentlich
markanter ausgeprägt. Eine Datierung im Wirt-
schaftsgiebel nennt hier die Jahreszahl 1849.
Auch der benachbarte reetgedeckte Zweistän-
derbau Nr. 84 (erb. 2. Hälfte 19.Jh.), der mit
vereinfachter Stockwerksteilung durch Schwell-
balken im Straßengiebel ausgeführt worden ist,
hat die Qualität eines Baudenkmals.
Ein weiteres bedeutendes Objekt ist das Hal-
lenhaus Nr. 68, bei dem der dreimal vorkragen-
de Straßengiebel mit Ausnahme der in Brü-
stungshöhe abgeschnittenen Ständer die Zeit
ungestört überdauert hat und sich durch reiche,
noch ursprüngliche Steinsetzungen in den Ge-
fachen - u.a erkennt man einen Donnerbesen
und eine Mühle - sowie außenbündige Fenster
ohne Blendrahmen auszeichnet (erb. wohl
18.Jh.).
Als einziger, nördlich der Straße gelegener Bau
ist das Fachhallenhaus Nr. 91 mit einem qua-
litätvollen Backsteingiebel als denkmalwürdig
eingestuft. Die dreigeschossige Mittelachse
wird von einem Blendbogen umschlossen und
durch eine dreibogige Eingangsnische, gedop-
pelte Rundbogenfenster in zwei Dachgeschos-
sen sowie ein Rundfenster gegliedert. Stilistisch
gehört das Haus in die 2. Hälfte des 19.Jh.

Im westlichen Straßenabschnitt verdient das
große, 1680 erbaute Fachhallenhaus Westerla-
dekop 27 besondere Aufmerksamkeit. Über der
erneuerten Erdgeschoßzone mit zurückliegen-
der Eingangsnische besitzt das Giebeldreieck
drei Vorkragungen auf kräftig profilierten Knag-
gen sowie eingeschnitzten Rosetten in den Bal-
kenköpfen zwischen denen glatte Füllhölzer
eingefügt sind. Die auffällig eng stehenden Stie-
le sind in allen drei Geschossen mit gebuckel-
ten Fußstreben versehen. Deutlich schlichter
sind die Fachwerkkonstruktionen des benach-
barten, inzwischen als Wohnhaus genutzten
Nebengebäudes Nr. 29 und der Kate Nr. 31
gehalten; für beide ist eine Erbauung Mitte des
19,Jh. anzunehmen.
Aus einer zweiten Gruppe baulicher Anlagen in
Westerladekop ragt besonders der um 1800
entstandene kleine Zweiständerbau Nr. 71 her-
aus. Von den drei Vorkragungen auf kräftig pro-
filierten Knaggen ist die untere mit eingezapften

Balkenköpfen ausgeführt, während die beiden
oberen lediglich aus einem schmucklosen
Schwellbalken bestehen. Bei den anderen
gruppenbildenden Elementen handelt es sich
um einen schlichten und durch Modernisierun-
gen stark veränderten Fachwerkbau aus der
Mitte des 19.Jh. (Nr. 77) sowie einen mit typi-
schen Stilelementen seiner Erbauungszeit (um
1900) versehenen Backsteinbau (Nr. 73).
An drei weiteren hervorhebenswerten, jeweils
reetgedeckten Objekten erkennt man wiederum
die verschiedenartigen über die Jahrhunderte
reduzierten Gestaltungsprinzipien der Altländer
Wohnwirtschaftsgebäude. Bei Nr. 37 erfolgte
1952 eine Giebelerneuerung unter Beibehal-
tung der historischen Schmuckformen, die an
eine Erbauung im 17. bzw. 18.Jh. denken las-
sen. Gleichzeitig ist eine mittige Eingangsnische
eingebrochen worden. Während der in Teilen
veränderte Vierständerbau Nr. 44 (err. 2. Hälfte
19.Jh.) im Giebeldreieck ein strenges, durch

Ladekop, Osterladekop 112 und 110, von Nordosten



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