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Albrecht, Heike [Hrsg.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 26,1): Landkreis Stade: ohne die Städte Stade und Buxtehude — Braunschweig, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44441#0131
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fer ungewöhnlich regelmäßige Dorfform, bei der
sich die meisten Höfe weitläufig um einen ova-
len Platz gruppierten, der mit der Verkopplung
1837 zum heutigen Straßenzug An der Loge
„begradigt“ worden ist. Seinerzeit lagen die Hö-
fe noch überwiegend südlich der Heerstraße,
erst im weiteren Verlauf des 19.Jh. entstanden
auch jenseits der Straße einzelne Stellen, die
durch wenige neuere Wohnbauten ergänzt wor-
den sind.
Seit ihrem Ausbau Mitte der sechziger Jahre
dieses Jahrhunderts durchzieht die vierspurige
Bundesstraße 73 als breite Schneise den Ort.
Darüber hinaus führten der Wandel in der Land-
wirtschaft und die Nähe Stades mit seinen Ar-
beitsmöglichkeiten zu grundlegenden Umstruk-
turierungen des alten Bauerndorfes mit heute
rund 800 Einwohnern und damit einhergehend
zu Veränderungen und Verlusten der histori-
schen Bausubstanz. Zwar reicht der Gebäu-
debestand bis in die Anfänge des 19.Jh.
zurück, der überwiegende Teil ist jedoch erst
nach 1850 entstanden und zudem durch Mo-
dernisierungen stark überformt.


Düdenbüttel, An der Loge 20, Scheune, um 1800

Erwähnenswerte Objekte sind das Hallenhaus
Mittelweg 30, das ein regelmäßiges Fachwerk-
gefüge im Wirtschaftsteil und einen gemauer-
ten, durch horizontale Gesimse gegliederten
Wohngiebel besitzt (erb. 2. Hälfte 19.Jh.) sowie
die kleine Hofanlage An der Loge 20, welche
zur Straße von einer traufständigen Scheune
mit gekrümmten Eckverstrebungen begrenzt
wird. Das zurückliegende Hallenhaus, bei dem
die Öffnung des Dielentores zu einer Eingangs-
tür verkleinert wurde, zeigt ein gleichmäßiges
Fachwerkgefüge unter dem gewalmten Dach
(erb. um 1800).
Kurz vor dem westlichen Dorfausgang steht im
rückwärtigen Grundstücksteil eine um die Jahr-
hundertwende errichtete Schmiede, die etwa
bis 1970 betrieben wurde. In dem kleinen, drei-
achsigen Backsteinbau mit Pfannendeckung
sind neben Esse und Rauchfang weitere alte
Werkzeuge erhalten (Heinbockeler Straße 16).

Mühle Grefenmoor
Markanter Blickpunkt in der weitläufigen Land-
schaft ist die unmittelbar an der Bundesstraße
73 gelegene Windmühle Grefenmoor. Eine er-
ste Mühle neben dem an dieser Stelle schon
1764 verzeichneten Wirtshaus entstand 1853.
Nachdem diese zweimal durch Blitzschlag zer-
stört worden war, wurde 1896 der einstöckige
Galerieholländer mit quadratischem Backstein-
unterbau und geschwungenem, blechverkleide-
ten Achtkant neu erbaut und bis Anfang der
fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts gewerblich
genutzt.
Vor wenigen Jahren ist nicht nur das äußere Er-
scheinungsbild der Mühle, sondern auch ihre
Konstruktion aufwendig restauriert worden.
ENGELSCHOFF

Die Gemeinde Engelschoff liegt nördlich von
Himmelpforten in einer Marschniederung zwi-
schen dem Kehdinger Moor und der Oste und

Düdenbüttel, Windmühle Grefenmoor, 1896


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