Albrecht, Heike [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 26,1): Landkreis Stade: ohne die Städte Stade und Buxtehude — Braunschweig, 1997

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BREST

Die Gemeinde Brest im Südwesten des Land-
kreises wird im Norden von der oberen Bever
und im Süden von der oberen Aue begrenzt.
Sie war Teil der Börde Bargstedt und ist erst-
mals 1388 als „Brecstede“ urkundlich belegt.
Hohe Bäume markieren den alten Dorfkern mit
seinen sieben Höfen, die sich beidseitig der
nach Bargstedt führenden Kreisstraße weiträu-
mig verteilen. Die zumeist aus dem 19. und
20.Jh. stammenden Bauten sind oftmals über-
formt, nur an den Dorfrändern sind zwei denk-
malwerte Fachwerkbauten in nahezu ungestör-
ter Überlieferung erhalten. Nördlich der Orts-
durchfahrt liegt im rückwärtigen Teil einer
großen Hofanlage unweit des Dorfbachs der
Zweiständerbau Rehfingerstraße 3. Unter dem
gewalmten Reetdach zeichnet sich der Wirt-
schaftsgiebel mit einseitigem Schuppenvorbau
durch kräftige Hauptständer, zwei Kopfbänder,

Brest, Rehfingerstraße 3, 1781, Detail


Brest, Bahnhofsallee, Bahnhof, um 1900, Detail


breite Gefache und gekehlte Knaggen aus (erb.
1781 vom Meister CW). Das jüngere, wohl Mit-
te des 19.Jh. errichtete Fachhallenhaus Ring-
straße 12 am südlichen Dorfrand ist hingegen
mit einem gleichmäßigen Fachwerkgerüst und
verbreiterten Steilgiebel abgezimmert.
Bei der traufständig an der Durchgangsstraße
aufgeführten Schule, einem schlichten Putzbau
mit pfannengedecktem Krüppelwalmdach, ist
die ursprüngliche, kleinteilige und für die Bau-
zeit 1911 charakteristische Fenstergliederung
durch den Einbau moderner Fenster leider ver-
loren gegangen (Rehfingerstraße 4).
Wenige Jahre zuvor war Brest an die Eisen-
bahnlinie Harburg-Bremervörde angeschlossen
worden und hatte gemeinsam mit dem Nach-
barort Aspe (Gemeinde Kutenholz) eine Bahn-
station erhalten, die am nördlichen Gemeinde-
rand nahe des Ortskernes von Aspe angesie-
delt ist (Bahnhofsallee). Der über eine

gepflasterte Allee zu erreichende eingeschossi-
ge Fachwerkbau mit horizontaler Verschalung
entspricht einem seinerzeit mehrfach gebauten
Typus schlichter Dorfbahnhöfe; ein weiteres Ex-
emplar ist in Deinste erhalten (erb. um 1900).
Für die vor kurzem erfolgte Wiederaufnahme
des Personenverkehrs ist allerdings eine mo-
derne Station gebaut worden.
BREST - REITH

Der unmittelbar an den Landkreis Rotenburg
grenzende Ort Reith mit ursprünglich drei Voll-
höfen ist durch den Bau neuerer Einfamilien-
häuser am südwestlichen Reither Damm nur
unwesentlich gewachsen. Der alte Dorfkern
wird durch hohen, dichten Baumbestand mar-
kiert, unter dem sich die Hofanlagen an der
parallel zur Kreisstraße verlaufenden Dorfstraße
aufreihen.


Brest, Rehfingerstraße 3, Wohnwirtschaftsgebäude 1781

Brest, Bahnhofsallee, Bahnhof, um 1900


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