Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 14.1903

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INNEN-DEKORATION.

203

RICHARD FXSASSER—MAINZ.

Entwurf eines Kinder-Spiel- und Arbcits-Zimmers. Lob. Erwähnung.

Wohnimgs«KunJf auf der Berliner flusffellimg 1903,

L Das Speiie-Zimmer

Mn anderer Stelle (vergl. Seite 205 des vor-
l\ liegenden Heftes) wird eingehender auf die
•* V immer bedeutungsvoller werdende Vertret-
ung moderner Wohnungs-Kunst auf der Grossen
berliner Kunst-Ausstellung hingewiesen. Auch in
diesem Jahre muss wieder ein Fortschritt in diesem
Entwickelungs-Prozesse des Ausstellungs-Lebens
der Reichs-Hauptstadt konstatiert werden und zwar
sind es neben der Firma Kimbel & Fried erichsen
zwei Künstler-Gruppen, denen man heuer inte-
ressante Vorführungen auf der Berliner Ausstellung
verdankt. Eine derselben, die Steglitzer Werkstätten
(in Steglitz, Fichtestrasse 5g) hat ein Speise-Zimmer
fnit kleinem Vor-Raum ausgestellt, welches wir
bereits im vorliegenden Hefte (S. 204) reproduzieren,
^ie Entwürfe dazu haben Mitglieder der »Steglitzer
Werkstätten« gezeichnet, nämlich die Herren Georg
&elwe, F. H. Ehmcke, F. W. Kleukcns; ausgeführt
sind die Möbel von Tischler-Meister Carl Spohn>
■^dalbertstrasse 72 in Berlin SC). Das Zimmer ist
*ör »gut-bürgerliche« Verhältnisse gedacht und
^irkt ausserordentlich behaglich. Der Preis der
Möbel stellt sich ungefähr auf 2700 Mk. bei Aus-
führung in dunkelgrauem Eichen-Holz. Die Fenster-
Vorhänge sind gelb, die Portieren grau; der Teppich,

der Stegliher Werkitätren.

von Kleukcns entworfen, wurde in der Wurzener
Teppich-Fabrik geknüpft. Kleukens hat auch den
von K. M. Seifert—Dresden ausgeführten Beleuch-
tungs-Körper, die bei Karl Goldberg—Haida in
Böhmen hergestellten Gläser und die vorzüglichen
silbernen Bestecke gezeichnet, welche Gebr. Sauer-
land—Berlin geliefert haben. Auch sonst sind noch
mehrere gelungene Einzelstücke hervorzuheben,
so im Vor-Raume eine Vitrine mit Maschinen-
Stickereien in reizvollen Farben von Clara Möller
—Coburg, von welcher auch die Dekoration der bei
Raddatz & Co.—Berlin hergestellten Geschirre her-
rührt, sodann der Wand-Schmuck, an welchem Ce'sar
Klein, Marg. Hausberg und Ernst Aufseesser,
beteiligt sind, sowie endlich die plastischen Arbeiten
des Bildhauers Hans F^ehmann, darunter die Kamin-
Uhr im Vorzimmer, welche von Gladenbeck gegossen
wurde. Man darf sagen, dass sich die Steglitzer mit
diesem Zimmer in sehr günstiger Weise eingeführt
haben. Über die Organisation dieses aufblühenden
Unternehmens, insbesondere über die stärkste, die
typographisclie Seite desselben wird eine Sonder-
Publikation im ()ktober-Hefte der von Alexander
Koch-Darmstadt herausgegebenen »Deutsche Kunst
und Dekoration« interessante Aufschlüsse bringen.
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