Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 14.1903

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INNEN-DEKORATION.

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Werkstätten und Schulen der Kunft

Mllein schon bei Schulen

I \ gegnen wir interessanten Lokalnamen: Keve-
1 \ laar und Saulgau (für kirchliche Kunst),
Cortina d'Ampezzo (in Südtirol); der letztgenannte
Ort produziert in seiner als »Fach-Schule« be-
zeichneten Werkstätte: Luxus-Möbel mit Intarsien
und Mosaik, getriebene Eisen-Arbeiten und Kunst-
Beschläge, Gold- und Silber-Filigran-Schmuck. —
Gewebe, Stickerei und Tapeten führen uns auch
nur wenig über die Gross-Städte hinaus. Unter
den Weberei-Stätten ist der Anteil kleinerer Orte
immerhin recht merklich; am berühmtesten hat sich
hier das nordschleswig'sche Scherrebek gemacht.
Stickereien und auch Tapeten
scheinen über grössere Städte
nicht hinauszukommen. — In
der Holz- und Leder-Branche
behauptet für Möbel undlnnen-
Dekoration Wien noch immer
einen beträchtlichen Rang,
wird aber anscheinend bereits
von Berlin und München über-
flügelt, von Dar?nstadt fast er-
reicht; das thüringische Böhlen
und das schleswig'sche Süder-
barup vertreten das Land. In
Lederarbeit und Buchbinderei
fallen neben Berlin u. s. w.
einige mittlere Städte auf, wie
Offenbach und Lausanne. —
Keramik und Glas führen uns
nun zum Teil weit in's Land
hinein. Abgesehen davon, dass
auch hier, zumal für Glas-
Malerei und Kunst-Verglasung,
die grossen Städte nicht aus-
zuschalten sind, treten zahl-
reiche Orte hervor, deren
Namen und Lage uns nicht
geläufig sind. Insbesondere
die Kunstglas-Industrie ist mit
ihren (ungefähr q) Anstalten
vorwiegend auf Glashütten-
Gegenden angewiesen. End-
lich führen Metall und Stein
wieder mehr in die grösseren
Städte zurück. Für »Bronze-
(Beleuchtungs-Körper) und
Schmiede-Arbeit« liegen die
Verhältnisse ähnlich wie für
allgemeines Kunst - Gewerbe,

(Fortsetzung und Schluss.) (Nachdruck verboten.)

und Werkstätten be- mit dem Vorrang von München u. s. w. Für >Guss

und Prägung« steht Berlin obenan, für »Schmuck in
Edel-Metall« wieder München, während im Übrigen
süddeutsche Orte, besonders Pforzheim die Herrschaft
haben. Mit den Werkstätten der Kunst sind deren
Schulen nahe verwandt. Mehrere von den im
Vorigen betrachteten Anstalten haben eine Fach-
schule bei sich oder sind gleich im Ganzen als
Schulen eingerichtet; und umgekehrt ergänzt sich
die Zahl der Kunst Werkstätten durch manche Kunst-
Schulen, die aus ihrem Lehrwirken auch einen un-
mittelbaren Produktions - Effekt herauszuschlagen
wissen. Namentlich gilt dies von Werkstätten und

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e. schauut-berlin : /Voten-Schrank im Musik-Salon. Ausgef.vonL. Kiessling-Berlin.
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