Eckhardt, Anton [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (4,1): Bezirksamt Dingolfing — München, 1912

Page: 107
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Niederviehbach.

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Im Chor frühgotisches Rippenkreuzgewölbe mit Kappenschluß auf profilierten
Hornkonsolen (Fig. 63). Einfach gekehlte Rippen und ebensolche runde Schlußsteine.
Im Langhaus barocke Flachdecke mit großer Hohlkehle und Stuckrahmenfeldern. In der
untern Schwesternkirche einfache Holztäfelung von 1585 erhalten. Renaissance. In
der Sakristei barocke Wölbung mit Stichkappen. In einem kleineren Anbau südöstlich
am Langhaus Netzgewölbe, vermutlich modern gotisch. Im westlichen (älteren) Teil
des Oratoriums ehemals gotisches Rippenkreuzgewölbe. Rippen und Konsolen
abgeschlagen. Hoher, schlanker Chorbogen, spitz, doppelt gefast. Die Fenster
des Chores sind rundbogig verändert. Das spitzbogige Nordostfenster des Chores
zugesetzt. Auf der Innenseite Zweiteilung und Maßwerk erhalten (Fig. 63).


Fig. 64. Niederviehbach. Ansicht des Klosters von Südosten.

Im Langhaus barocke Rundbogenfenster in zweigeschossiger Anordnung, die unteren
in geringerer Anzahl und unregelmäßig verteilt. Portale spitzbogig, gefast. Vorhalle
mit Giebelarchitektur des 18. Jahrhunderts.
Die Kirche ist ein verputzter Backsteinbau, nur im unteren Mauerwerk findet
sich auch Nagelfluh. Das Mauerwerk des Langhauses ist in halber Höhe außen
abgesetzt, im östlichen Teil auch innen. An den Innenwänden der Schwestern-
kirche fanden sich bei der Renovation 1904—05 Wandmalereien, wurden jedoch
wieder zugedeckt (Denkmale der Heimat, Bibi. f. Volks- und Heimätkde., 74. Sonder-
heft zu den Deutschen Gauen, Kaufbeuren 1908, S. 71). Langhaus ohne Sockel.
Am Chor Strebepfeiler mit verjüngtem Aufsatz. Charakteristisch ist das hohe und
steile Dach des massigen Baues (Fig. 64). Es hat im Westen einen unscheinbax-en
spitzen Dachreiter an Stelle eines früheren Kuppeltürmchens, das sich in der Mitte

Kloster-
kirche.
Bau-
beschreibung.
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