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Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

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Heft 7
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Reisenotizen aus der Stuttgarter Galerie: September 1906
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Zu den Malern Witz
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https://doi.org/10.11588/diglit.27900#0147

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Nr. 7.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

119

eine nochmalige Überprüfung der Be-
nennung, bei der doch wohl eher Cha-
prioli und Pietro Vecchia, als Dosso
Dossi in Frage kommen dürften.

Von den Nummern 457 und 458,
die mit Garofalo in Verbindung stehen,
dürfte Nr. 458 eine recht schwache alte,
Nr. 457 eine bessere Kopie sein.

Ist Nr. 468 nicht von Raffaelino
del Garbo? (Maria, das Kind anbetend.)

Nr. 486 (früher Nr. 130). Von mir
längst als Andrea Schiavone erkannt
(Kunstchronik VI).

Nr. 490: Die unbefleckte Empfängnis
Mariens. Richtung des Palma Gio-
vane und Baidissera d’Anna. Schon
Loeser und v. Fabriczy haben sich wenig-
stens gegen die ältere Zuschreibung an
Jacopo Tintoretto erklärt.

Nr. 496: Judith. So gut wie sicher
von Dar. Varotari.

Nr. 500: Anbetung durch die Hirten.
Wohl Andr. Schiavone.

Nr. 501: Die heilige Christina vor
dem Richter. Könnte Benedetto
Caliari sein, nach dem beglaubigten
großen Bilde der Wiener Akademie
(zu diesem „Blätter für Gemäldekunde“,
Bd. I).

Nr. 504: Madonna und St. Hiero-
nymus. Furchtbar übertupft und über-
strichen. Wer mag da Bestimmtes
äußern?

Nr. 607. Über den Augustinus dieses
Bildes habe ich schon in Lützows Kunst-
chronik berichtet.

Bei passender Gelegenheit hoffe ich
auf die Geschichte der Stuttgarter Galerie
und auf die neuere Literatur über ein-
zelne Bilder eingehen zu können. Bis
dahin mögen die gebotenen Reisenotizen
genügen.

ZU DEN MALERN WITZ.

Mit Dankbarkeit nimmt die For-
schung auf, was Daniel Burckhardt zu
wiederholten Malen über den älteren

und jüngeren Maler Witz, über Hans
und Konrad mitgeteilt hat. Nicht lange
ist es her, daß Burckhardt im Jahrbuch
der königlich preußischen Kunstsamm-
lungen (Bd. XXVII, S. 179 ff.), seine
früheren Erörterungen über die Maler
Witz ausbauend, wieder Bemerkens-
wertes zur Sache beibrachte in dem
Artikel „Studien zur Geschichte der
altoberrheinischen Malerei“.*) 1

Da mir die Hauptwerke des Konrad
Witz, namentlich der große signierte
Altar im Musee Rath zu Genf (gegen-
wärtig im Vorrat) und die Bilder in
den Galerien zu Basel und Straßburg
bekannt sind, ergreife ich aus Anlaß
der neuen Aufsätze über Werke von
Konrad Witz das Wort, um in diesen
Blättern auf den wunderlichen Meister
Konrad Witz aufmerksam zu machen.

Vom älteren Witz, der Hans hieß,
kennt man bis heute keine sicheren
Werke. Vielleicht stellt sich einmal
heraus, daß Bilder, wie die heilige Fa-
milie Nr. 1478 der Wiener Galerie, von
ihm gemalt sind oder aus seiner Werk-
statt stammen.**) Dieses Bild zeigt näm-

*) Durch Burckhardts neue Arbeit sind
zum Teil überholt desselben Artikel in der
„Festschrift zur Erinnerung an Basels Ein-
tritt in den Bund der Eidgenossen", S. 273 ff.
(1901), A. Schricker „Kunstschätze in Elsaß-
Lothringen", 1895, Nr. 37, und G. Dehio in
dem Artikel: Konrad Witz (Zeitschrift für
bildende Kunst, N. F. XIII, S. 229. Dort auch
Abbildungen aus dem Genfer Altarwerk und
ein stark verschönernder Farbendruck nach
dem Bilde im Straßburger Museum).

**) Durch die späte Datierung 1490 und
das Monogramm M S läßt sich ja seit lange
Niemand mehr irre machen. Jahreszahl und
angebliches Künstlerzeichen sind längst als
falsch erkannt worden. Namentlich die Form
der Ziffern ist für 1490 und die Zeit umher
einfach unerhört. Im großen Katalog von
Engerth steht das Bild noch als Martin
Schaffner. Gegen diese Benennung ist schon
Scheibler im Repertorium für Kunstwissen-
schaft (Bd. X) aufgetreten. Den Zusammen-
hang mit der Van Eyckschen Kunst zeigte
ich auf in meiner Geschichte der Wiener Ge-
mäldesammlungen, Bd. I, S. 602, wo auch
 
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