Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

Page: 135
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Nr. 7.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

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fessorenkonvent, ferner Bilder von H. Thoma,
Loibl, Kalckreuth, F. v. Uhde, Trübner,
C. F. Lessing, M. v. Schwind und vielen
anderen.

Hamburg. In den Kunstsälen Louis
Bock & Sohn seit 1. Januar Ausstellung
der „Eibier“. (H. Fr. BL, 30. Dez. 1906.)

Königsberg i. Pr. Ausstellung von
Werken Schleswig'Holsteinscher Maler im
Salon Teichert. („Die Kunst für Alle“ vom
15. Jan. 1907.)

Konstanz. Die mittelalterlichen Wand-
gemälde in der Augustinerkirche, die kürzlich
entdeckt wurden, sind jetzt völlig freigelegt.
In der Bilderreihe, die an der ganzen Hoch-
wand des Langhauses hinzieht, wiederholt
sich unter einer fortlaufenden Bogenstellung
der heil. Augustinus jeweils mit einer Gruppe
eines anderen Mönchsordens, der er die Ordens-
regel übergibt. Unter dieser Bilderreihe (wahr-
scheinlich aus der Mitte des 15. Jahrhunderts)
befinden sich in den Zwickeln über den Säulen
große sitzende Heiligengestalten (aus etwas
späterer Zeit, wohl dem 16. Jahrhundert).
Auch auf beiden Seiten der Orgel sind große
weibliche Heilige. Ganz oben waren ebenfalls
Gemälde aus noch späterer Zeit; doch wurden
diese größtenteils schon bei Einsetzung der
Barockdecke zerstört. Die freigelegten Fresken
sind gut erhalten. (Beil, zur Münchener Allg.
Ztg. 1906, Nr. 194.)

Leipzig. Der Kunstverein hat nach
einer Ausstellung von Werken Zuloagas und
Thaulows zwei Sonderausstellungen eröffnet.
Sie enthalten Arbeiten von Hugo Freiherrn
v. Habermann (aus München) und Hugo
Gugg (aus Saalek bei Naumburg).

London. Die National-Gallery hat
vor nicht langer Zeit sehr bedeutsamen Zu-
wachs erhalten. Durch Miss Lucy Cohen ist ihr
das Vermächtnis John Samuel, das aus
27 alten, zum Teil sehr wertvollen Italienern
besteht, zugewiesen worden. („The Graphic“,
Vol. LXXIV, Nr. 1935 vom 29. Dezember 1906
bildet einige Proben ab.) — Durch Mister
Alfred Beit ist die National-Gallery in den
Besitz eines berühmten Werkes von Reynolds
gelangt. Es ist das Familienbildnis, das 1774
in der Londoner Akademieausstellung allge-
mein bewundert worden war und das 1791
durch Charles Wilkin in Mezzotinto gestochen
worden ist. 1900 wurden für dieses Werk
22.000 Pfund bezahlt. („The Daily News“, 1. De-
zember 1906.) — Im Burlington House Ausstel-
lung alter Gemälde.

Magdeburg. Das Kaiser Friedrich-
Museum. eine Schöpfung des Wiener Archi-
tekten Ohmann, ist um die Mitte Dezember
in feierlicher Weise eröffnet worden. (Reichs-
deutsche Zeitungen.)

Mecheln. In der Notre-Damekirche hat
das Bild des Rubens: Der wunderbare Fisch-
fang, durch Feuchtigkeit gelitten. Die „Com-
mission des monuments“ hat Vorkehrungen
getroffen, um das wertvolle Kunstwerk zu
schützen.

Monte Carlo. Vom Januar bis zum
April Internationale Kunstausstellung.
(Chronique des Arts, Nr. 1.)

München. Der Verein bildender Künstler
Münchens „Secession“ hat gegen Ende De-
zember eine Ausstellung von Werken Frit£
von Uhdes, A. Hoelzls und Rudolf
Schramm-Zittaus eröffnet. Im Laufe des
Winters stellt die Secession in Wien aus.

Neapel. Für die Galeria nazionale
sind 1906 zwei große Leinwänden von Mattia
Preti erworben worden. („L'Arte“, S. 472.)

Nizza. Fragonard-Ausstellung im Cercle
artistique. (Art et Dec.)

Paris. Am xo. Februar wird die 26. Aus-
stellung der Union des femmes peintres
et sculpteurs eröffnet. (L. j. d. a., 22. De-
zember 1906.)

— Bei Bernheim jeune eine Michetti-
Ausstellung, darauf eine Pickert-Ausstellung.

— Galerie Georges Petit-Ausstellung von
Bildern N. Jungmans und der Societe des
Femmes artistes.

— Galerie des Artistes modernes Boris-
soff-Ausstellung. (Chronique des arts, Nr. 1.)

— Eine Ausstellung von Werken J. B. S.
Chardins und Fragonards wird in der Ecole
des beaux-arts vorbereitet. (Art et Decoration.)

Perugia. Eine Ausstellung alt-umbri-
scher Kunst wird für 1907 vorbereitet. A. P.

Rom. Im Palazzo Corsini veranstaltet
Professor Hermanin eine umfassende Ausstel-
lung von Zeichnungen und Stichen des Quattro-
cento und Cinquecento. (Berl. Tagebl., 18. De-
zember 1906.)

Tescben. Die erste schlesische Kunst-
ausstellung wurde am 15. Dezember er-
öffnet. (N. Fr. Presse, 27. Dezember 1906.)

Urbino. Ein leidlich gut erhaltenes
Wandgemälde, eine Kreuzigung darstellend,
und möglicherweise von Fra Carnevale (Frate
Bartolommeo Corradini) stammend, wurde
vor einiger Zeit in der Kirche Santa Maria
della Bella zu Urbino aufgedeckt. Calzini be-
spricht diese Wandmalerei in der „Rassegna
bibliografica dell’ arte italiana“ (Jahr IX,
S. 106).

Venedig. Die Accademia hat eine
Halbfigur von Lor. Lotto erworben. („L’Arte“,
S. 472-)

Wien. Im Hofmuseum ist die fürstlich
Metternichsche Kunstsammlung aufgestellt.
Über die Gemälde dieser Sammlung wird
noch eingehend zu berichten sein, da sie einige
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