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Kimpflinger, Wolfgang [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 1, Teil 2): Stadt Braunschweig — Braunschweig, 1996

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https://doi.org/10.11588/diglit.44169#0271

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nordwestlich davon lag eine Zollstation, nördlich
die „Steinwiese“, südlich die „Asseburg“ und
westlich „Ummelogs Camp“. Dorthin wurde An-
fang des 19.Jh. der Steinhof verlegt, der seit
dem 18.Jh. der Herzoglichen Kammer unter-
stand und verpachtet wurde.
1789 entstand durch den Herzoglichen Kam-
merbaumeister Fricke für den Gutspächter Wip-
permann das Herrenhaus östlich der Straße, ein
zweigeschossiger, heute vollständig verkleideter
Fachwerkbau mit Halbwalmdach und hohem
Quadersockei aus Elmkalkstein. Nachfolgend
entstanden die ersten Betriebsgebäude, U-för-
mig um einen nach Westen offenen gepflaster-
ten Hof herum angelegt, so daß in der Folgezeit
die Straße durch den Hof führte.
1838 wurde nach Plänen Frickes auf einem ho-
hen Quadersockel die nördliche Durchfahrts-
scheune in Fachwerk mit Ziegelausfachung er-
richtet, die später am Ostgiebel erweitert wur-
de. 1863 kam der nach Plänen von Hilzinger
erstellte Rinderstall im Süden hinzu: ein massi-
ver Ziegelbau, ebenfalls auf einem hohen Qua-
dersockel in Elmkalkstein, aus dem auch der
Ostgiebel aufgeführt ist. Als Abschluß im Nor-
dosten des ursprünglichen Hofes folgte 1883
das Speicherhaus, errichtet durch den Kreis-
bauinspektor Krähe. Es ist ein zweigeschossi-
ger Rohziegelbau mit Fachwerk im Oberge-
schoß.
Der weitere Ausbau der Hofanlage erfolgte
westlich der Straße: eine Waschküche als ein-
geschossiger massiver Quaderbau in Elmkalks-
tein aus dem Ende des 19.Jh. unmittelbar an
der Straße gelegen, anschließend eine inzwi-
schen stark veränderte Fachwerkscheune und
weiterhin, als Abschluß im Westen, ein einge-
schossiges Fachwerkwohnhaus mit Satteldach
auf hohem Kalksteinquadersockel, das wohl
aus der Zeit der Jahrhundertwende stammt.
1893 wurde Steinhof der Stadt Braunschweig
zur Errichtung eines Rieselgutes (Verrieselung
der Abwässer auf Rieselfeldern) überlassen.
Nur wenige Jahre später, 1896/97 wurden die
Tagelöhnerhäuser im Süden als einheitliche Zei-
le von vier eingeschossigen Rohziegelbauten
mit Kalksteinquadersockel und Satteldach er-
baut, zusammen mit dem gegenüberliegenden
langgezogenen Fachwerkbau, in dem kleine
Ställe untergebracht waren. Dazu kam in den-
selben Jahren die Arbeiterkaserne unmittelbar
an der Straße: ein zweigeschossiger länglicher
Massivbau in Sichtmauerwerk aus rotem Ziegel,
dessen Treppenhäuser in dreigeschossigen
übergiebelten Risaliten liegen.
Erst 1970 wurde das Gut Steinhof als landwirt-
schaftliches Unternehmen aufgelöst und dem
Tiefbauamt unterstellt. Die Gebäude östlich der
Bundesstraße wurden zu musealen Zwecken
verpachtet. Wegen des hohen Verkehrsaufkom-
mens auf dem heutigen Autobahnzubringer, der
längs des Gutsparks durch den ehemaligen
Gutshof führt, ist eine zusammenhängende
Nutzung der Gebäude nicht mehr möglich.

Watenbüttel, Königl. Preuß. Landesaufnahme, 1899 (NLVwA-Landesvermessung)



Watenbüttel, Am Okerdüker 7, Stallscheune, 1804

Watenbüttel, Am Okerdüker, Kirche, 1804, Arch. Rothermund


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