Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 19.1908

Page: 167
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/innendekoration1908/0185
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
INNEN-DEKORATION

167

Büfett u. Nische aus dem Speisezimmer auf S.166.

EIN THEATER - BAU, DER ALS
EINE HERVORRAGENDE KÜNST-
LERISCHE TAT betrachtet werden
kann, ist im Mai-Heft der Zeitschrift
»Deutsche Kunst und Dekoration«
veröffentlicht. Es handelt sich um das
vor kurzem eröffnete >Hebbel-Theater«
in Berlin, ein Werk des Architekten
Oskar Kaufmann, das den noch jungen
Künstler sofort in die Reihen der
führenden Meister stellt. Der Bau selbst,
aber auch die innere Ausstattung, mag
auf den ersten Blick überraschen, denn
im Gegensatz zu anderen Theaterbauten
ist hier alles nach den Prinzipien der
modernen Kunst gestaltet. Auf ver-
goldeten Stuck und schwülstige Orna-
mentik ist vollkommen verzichtet, da-
gegen sind die dekorativen Werte feiner
Holzarten und farbiger Stoffe voll aus-
genutzt. Auf die reich illustrierte Ver-
öffentlichung sei besonders aufmerksam
gemacht, "weil sie zeigt, daß auch ohne

alte, erprobte Ornamentik reiche Wir-
kung in Innenräumen erzielt werden
kann. Im Anschluß daran bringt das-
selbe Heft Reproduktionen der neuesten
Arbeiten der »Wiener Werkstätte«, da-
runter die für den Festsaal der Wiener
Universität bestimmt gewesenen Decken-
gemälde von Gustav Klinit, Entwürfe
für Garten - Häuschen und Garten - An-
lagen , sowie zahlreiche Abbildungen
ausgeführter Innenräume und kunstge-
werblicher Arbeiten mannigfachster Art.
Es sei bei dieser Wiener Publikation darauf
hingewiesen, daß die »Wiener Werk-
stätte« ihre sämtlichen Arbeiten nur in
unserer Schwester-Zeitschrift »Deutsche
Kunst und Dekoration« veröffent-
licht-, bis jetzt sind 7 Sonder-Publikationen
der »Wiener Werkstätte« erschienen, die
auch einzeln zum Preise von Mk. 2.50
erhältlich sind. Die Schriftltg.

Hießt die Öejinnung macht den tKünßfer
und nicht die Form das fKunßwerk: efeefe
iß ßinßeif. — (Richard SchauüaL
loading ...