Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 37.1926

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INNEN-DEKORATION

arch. leonh. u. otto heydecker-kempten fensterplatz in einem wohnzimmer

es sich dann, jede Symmetrie auszuschließen, da sonst ein
»Zwang« den Raum beherrscht, eine einzige Richtung,
eine »Achse« dem Raum gegeben wird, und der Mensch,
der darin lebt, sich immer auf dieser Achse zu bewegen
gezwungen wird, sofern nicht eine stete »Unordnung«
diese starre Symmetrie ständig stören soll. Die ganze Ein-
richtung muß so beschaffen und untergebracht sein, wie und
wo es notwendig ist, — ohne Rücksicht auf Vorurteile.

Den letzten Teil der Arbeit darf der Architekt nie allein
lösen, er braucht hier die Mitarbeit des Auftraggebers,
damit die Räume dem Charakter des Bauherrn sich an-
passen. Dieser wird, mit mehr oder weniger Geschmack,
ihnen zuletzt sein Wesen aufprägen, um sich in seinem
Heim völlig »zuhause« zu fühlen. . . . fritz marso-wien.

DAS KLEIN-WOHNHAUS. Mit dem Begriff des
»Kleinwohnhauses« verbindet sich zumeist der
Begriff der Enge, der Nüchternheit. Schuld daran sind
die Architekten, die beengte und nüchterne Räume im
Kleinwohnhaus schaffen. Denn auch hier vermag der ver-
ständige Baukünstler geräumige und freundliche Wirkung
zu erzielen. Geräumigkeit: durch Schaffung eines großen
Raumes, der verschiedenen Zwecken dient, und
Freundlichkeit dadurch, daß die Möbelformen im Einzelnen
ein gewisses »gehobenes« Niveau erhalten, daß auch die
den einfachsten Gebrauchszwecken dienenden Stücke ge-
wissermaßen als Gleichberechtigte »Familien-Anschluß«
erhalten, und solchermaßen keinerlei Beengung noch Er-
nüchterung im Kleinwohnhaus zu vermerken ist. . h. lang.
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