Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 28.1912-1913

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DIE INTERNATIONALE AUSSTELLUNG
DES SONDERBUNDS IN KÖLN

Von Arnold Fortlage

Der Impressionismus ist tot — es lebe die mälden und 56 plastischen Arbeiten durchweg

neue Kunst!" — Die das sagen, bedenken vor weißer Bespannung ausgestellt, denen sich

aber nur wohl das eine kaum, daß der Impressio- eine umfangreiche Kollektion kunstgewerblicher

nismus noch lange nicht so allgemein vertraut Arbeiten der neu gegründeten „Gilde" (West-

und alleinherrschend war, wie man bei ober- deutscher Bund für angewandte Kunst) an-

flächlicher Betrachtung der Kunst der letzten gliedert.

Dezennien glauben möchte. Der Impressionis- Die Veranstaltung erhält ihr ganz besonderes

mus ist eine Weltanschauung, hat einer seiner Gepräge und ihren Wert durch die retrospek-

geistreichsten Interpreten und Vorkämpfer ge- tive Abteilung, in der gewissermaßen die Quel-

meint; darum ist den Vielen, denen diese Welt- len und Gründe moderner Stilsuche dargetan

anschauung nie recht lag, jetzt das Entstehen, werden sollen, damit gleichzeitig auch ebenso-

Aufblühen und allmähliche Sichklären der wohl Berechtigung wie Entwicklungsaussichten,

neuen Gesinnung willkommen und leicht ein- Die Notwendigkeit solcher historischen Stützen

gänglich. Und nicht nur schnell gewonnene ist unleugbar. Um den Anschluß an die letzt

Proselyten, sondern ehrlich Ueberzeugte beken- vorhergegangene Blüteperiode der Malerei, den

nen sich freudig Impressionis-

ZUm

Nachdem in I gen, brachte man

den vergangenen , von den drei Vä-

Jahren die drei Mf 4«

ersten Ausstel- W, j%

lungen des Son- ^^^■StH^H „Expressionis-
derbundsinDüs- mus", nämlich
seldorf stattge- 'HHflf&ttl von Vincent van
funden hatten, % Gogh, Cezanne °
lodert's nun auf j^r m vrH™i unC* Gauguin,
in der großen größere Kollek-
internationalen ^^H^RaHH tionen zusam-
Kunstschau zu l ^ H men. So wurde
Köln, da infolge p die Sammlung
kleinlicher und von 123 ausge-
ängstlicher Intri- HaI^I &OSHr zeichneten Ge-
> jfl mäldenVincents,
chenschaften die Wj*;->, '•; »ä /^§^1& ^^"*// ,^H^.< '•: '-ßll. zumeist aus hol-
Geburtsstadtdes Hl HSäL j> Jü^ ländischem Pri-
Sonderbunds als HIH^H^H^BmHM^^^^IYI^ >wvatbesitz entlie-
Ausstellungsort l^YJiJrJlJi^W^^s* lien' zum ^ern"
vorläufig nicht MnM 1 ur"^ Mittelpunkt
mehr in Betracht j| der ganzen Ver-
kommenkonnte. k^R '' i- 'iiftt\. ^ anstaltung, und
Die Stadt Köln HF mfjfKfr.^l j\ \ 'V.^ diese wird durch
hat eine große j®*, '^Mt ^mWv( \ xS die vier van
Ausstellungs- 5| fJmj&jrjtL 17 PlL ' Gogh-Säle zu

4aBy^Kw#^HHlHHj| mehr als nur

ner Glaskon- HSS^ä § "'SB westdeutscher

struktion errich- und mehr als nur

tet, und darin ist Hf^wj^ vorübergehend

die stattliche "^-^ jfif^/ ff^KMt zeitlicher Aus-

Zahl von annä- vincent van gogh t Selbstbildnis steltangsbedeu-

hernd 600 Ge- sonderband-Aassuiiung, Köln tung ei hoben.

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