Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 28.1912-1913

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EX ÜTSrxlS
ARTHUR
GRAF

alfred cossmann exlibris (radierung)

Wiener Künstlerhaus-Ausstellung 1913

VON AUSSTELLUNGEN künstlerischer Mittel; der Inhalt ging rein auf in

._.___ der Form. Wenn hinsichtlich der Betonung des

UND SAMMLUNGEN koloristischen Elements der Aufenthalt im Süden

besonders anregend und klärend auf ihn wirkte, so
FNÜSSELDORF. Eine umfangreiche Nachlaßaus- fand und nahm er doch seine Motive, gleichviel wo
Stellung des früh verstorbenen Otto Boyer, er sich bewegte. Zu den rein malerisch gelungen-
weiche die Städtische Kunsthalle veranstaltet, gibt sten Arbeiten gehören so die Interieurs aus seinem t
überzeugend davon Kunde, wie das starke malerische eigenen Familienleben, die prächtigen Bilder „Mutter P
Empfinden dieses Künstlers ganz in der Richtung und Kind", „Kind mit Ball" und manches andere Q
der herrschenden Tendenz unserer Tage lag. Mit schöne Stück. Auf dem Gebiete der Landschaft f
aller Kraft erfaßte er die sinnliche Erscheinung und ging er gern interessanten Stimmungsreizen nach, ft
suchte ihr die stärksten farbigen Wirkungen zu hütete sich aber, in ein Uebermaß nach der Seite n
entreißen. Fast jedes seiner Werke ist der reine des Pittoresken zu verfallen und die Natur zum V
Niederschlag eines durchaus persönlichen Erleb- Theater zu machen. Sevilla und Granada lieferten Jx
nisses. Nie stand ihm die Gunst des breiten Publi- ihm in ihrem buntbewegten und charaktervollen l
kums oder der wirtschaftliche Erfolg im Vorder- Volksleben, ihren Stierhetzen und Hahnenkämpfen, 0
grund des Interesses. Die treibende Kraft seiner eine Anzahl gelegener Motive für figürliche Dar- G
Entwicklung war eine beharrliche und gewissenhafte Stellungen, die er in glücklicher Momentanität fest- (j
Arbeit, welche die höchsten Anforderungen an sich zuhalten wußte. Ein mehrjähriger Aufenthalt auf f
stellt und immer nach dem Vollkommenen strebt. Capri legte den Grund zu einer neuen Entwicklungs- J
In einer Zeit, da ein anarchischer Subjektivismus phase seines farbigen Sehens. Er glaubte, die In- a
alle Grundlagen des künstlerischen Schaffens zu un- tensität der kräftigen Lokaltöne noch steigern zu V
tergraben drohte, war die strenge Selbstzucht, welche können, wenn er die einzelnen Flächen mit ihren jj
dieser schaffensfreudige, an Einfällen reiche Mensch Komplementärfarben zart umränderte. Tatsächlich L
stets übte,umso schätzenswerter. Immer vollzog sich bekam sein Kolorismus hierdurch eine Leuchtkraft Ü
die Gestaltung des äußeren Motivs mit Hilfe rein und trotz der geschlossenen Pinselführung eine v

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