Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 28.1912-1913

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richard pietzsch isartal ]

RICHARD PIETZSCH I

Von Karl Friedrich Selle

I^ünstlerischesGenieisteineinsSchöpferische nicht behaupten, daß das Publikum, das mit {

*•■> gesteigerte Einseitigkeit. Wer das Kunst- mir zusammen die große Sammelausstellung der f

richteramt ausüben will, muß mehr tun als Landschaften Richard Pietzschs besuchte, das (

das Publikum, das sich in seiner zusammen- ideale Publikum war, aber Tatsache ist, daß f

gesetzten Vielseitigkeit mit ich von einer feierlichen Stirn- '

Vorliebe einer auffallenden mung ergriffen und überwäl- v

Einseitigkeit hingibt, ohne sich tigt wurde, daß das Publikum 5

über Kraft und Größe der nicht schwätzte, sondern sehr )

schöpferischen Tat, die ein ' still und lange vergleichend «

Werk darstellt, klar zu wer- und nachdenklich verweilte. £

den. Nur in den seltenen Diese Ausstellung war von P

Fällen, wo ein Werk den R^.^jM drei monumentalen Land- l

großen Genieglücksfall der Schäften beherrscht, Isarland- C

Vollendung darstellt, finden schaffen, die der aus Dresden C

sich beide, Publikum und Kri- gebürtige, 41 jährige Künstler \

tiker, in langem stillen Be- I 1908 geschaffen hat, nachdem >

trachten zusammen. er mit dem Villa-Romana- >

Dies, unser Beispiel, ar- '^^^M b?^^^B Preis des Deutschen Künst- a

beitet natürlich mit den „idea- \j% lerbundes ausgezeichnet, zwei £

len" Begriffen von Kunst- BISmI Jahre in Florenz gearbeitet P

publikum und Kunstkritiker. ^M||^*^f hatte. 0

Nun will ich weder behaup- In diesen drei Landschaf- C

ten, daß ich der ideale Kunst- ten: Frühling im Isartal — G

kritiker bin, ich kann auch ^l^^^^ü Isartal, von der Römerschanze v

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