Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 28.1912-1913

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S.............. Museen

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DIE EUGEN BRACHT-AUSSTELLUNG IN DARMSTADT |

i Bayern anzusehen. Ich habe mich lang genug zur Verfügung. Zum künstlerisch Wertvollsten und (

I gewehrt", schließlich aber trägt er es sogar Interessantesten gehört die große Zahl von Bildern (

i .. u zioar, d c u\ v. ui • und Studien, die vor der Natur gemalt wurden und

| mit Humor (1860, an Bauernfeld), obwohl nicht die Bracht nun zum ersten Male ausstellte. Werke,

ohne gleichzeitiges Kompliment für Wien und die in der größeren Ausführung nicht erhältlich

die Wiener. Dabei läßt Schwind, der nicht nur waren, finden wir durch die Naturstudien von köst-

gegen andere, sondern gegen sich selbst von licn" kraftvoller Frische vertreten

?. , . i p. t_i* i x j .Li- i d'e Anordnung der Werke in dem schonen Ol- «

| erfrischender Aufrichtigkeit war, durchblicken, brichbau auf der Mathildenhöhe ist eine außerordent- I

I die Schuld daran, daß München und er solange lieh wirkungsvolle. Im Ehrensaal finden wir zunächst (

i Fremdlinge, Feinde sogar, geblieben, sei viel- ausgewählte große Bilder aus der späteren Zeit,

I leicht bei ihm selbst zu suchen. Mit dieser v°" wundervoller Gesamtwirkung, darunter den |

i _ . . . „ ,. , .. . , n j „Wiesengrund", „Heidebach", den herrlichen „Früh- i

Briefstelle, die sozusagen den Abschluß des ling in der provence" von 1907, und als besonders

Mißverständnisses darstellt, lasse ich auch diese bemerkenswert eine ganze Reihe der allerneuesten

Auswahl von Schwind-Zitaten ausklingen. Es Werke von 1911 und 1912, „Wintersonne", ein ganz
heißt in dem Brief vom 12. November 1860: "Monte Rosa in der Dämmerung", Das

1 , . , > . . Wehr" Kirschenallee 'Jerusalem, Du hochgebaute

, „In München lebt sich s gut — man wird etwas Stadt« BEichen am Meeresstrand" u. a. Die Schön- I

I landpomeranzig, wie ich jedesmal bemerken heit und Kraft gerade der neuesten Werke ist be- |

l kann, wenn ich mit einem ordentlichen Wiener wunderungswürdig. In den nächsten Räumen finden j

i zusammenkomme, aber man ist mit allen Leuten wir in ?hT°l?^-e,S Fo|ge- d!f der, F„rÜh' 1
i r. . »«.^ , ■ o , zeit, viele der Heidebilder die in den siebziger Jahren i
auf gutem Fuß. Mit dem Konig'), mit Sol- den Ruf Brachts begründet und dazu die Einzel-
daten, Lutheranern, endlich auch mit der Po- Studien, Vordergründe von einer Genauigkeit, die
' lizei und den Gendarmen selbst. Ich komme zeigen, auf welchem Studium, auf welch gediegener
! auch mit Geibel und Sybel und denen gut aus. Grundlage sich die Meisterschaft Brachts aufbaut.
i ' . . 1 , Es folgen die Rivierabilder, die Fruchte der Orient- i
| Bodenstedt ist sogar ein sehr angenehmer Mann, reisen 1831 und 1891, darunter auch bekannte Haupt- i
i und der hübsche Heyse: auf einen Berliner werke wie „Das Gestade der Vergessenheit", |
| ganz charmant. Ungesellig geht es zu, woran „Hannibalsgrab", die Hochgebirgsbilder. Studien von |
I ich vielleicht selber schuld bin. Wenn es nicht ^er deutschen Küste, Rügen, aus Mecklenburg, ,
, . _ . . , .. , der Mark („Markischer Birkenwald'' „Das Quitzow-
ganz nach meinem Gusto ist, so tue ich lieber schloß"), aus dem Harz, aus den Darmstädter Wäldern
I gar nicht mit. Darüber wäre ein trauriges Lied mit den Baumriesen, dann seit 1902 die Arbeiten
[ ZU singen . . ." G.J. W. aus Sachsen, aus Norwegen, aus der Eifel, die
I wuchtigen Industriebilder, mit denen er sich in 1
I die Reihe der Jüngsten gestellt. Erstaunliche neue '
I DIE EUGEN BRACHT-AUSSTELLUNG Seiten zeigen die in einem Räume vereinigten Aqua- I
I IM ntDMQTAnT relle, Zeichnungen und Skizzen, die Graphik. |
IN UAKmolAUl Die Arbeiten seiner ersten Darmstädter, Karls- (
er auf den zahlreichen deutschen Ausstellungen ruher "ndu Düsseldorfer Zeit (1859-1874) sind in ,
der letzten Jahre Werke Eugen Brachts gesehen, einem behaglichen B.edermeierz mmer sehr schon
wäre schwerlich auf den Gedanken gekommen, daß zur Ä8?^«^ nÄ^f! i
der Schöpfer dieser zahlreichen großzügigen Bilder, aus Altfrankfurt, mit 17 Jahren gemaU 8=9) mutet

die so köstlich frisch und modern, mit seltenem ™ eln SP«™eß an> v°n ^StSSS^^

,. . . ,j • -n r* ist ein in kleinem Malsstab ausgeführter „Eich- 1

Können gemalt waren, schon so bald seinen lO. Ge- . so f*16'":'". '„ ,10fin „ „& p. . »' '

. " % . . - . . 3l -u wald bei Schwanheim (18bl! u. a. Der reich mit

burtstag feiern konnte, wenn er nicht naher über , .„ " -a «,K-!t„„ .„ . ~7

,. , _6 ., . , ' . , ,, . . . fast durchweg unveröffentlichten Arbeiten Ilustrierte

die künstlerische Vergangenheit des Meisters unter- ira* , . 6 . : ,,__„,,-j. H„r„h . i

.... . -, , ■ ,nii r • . c du. Katalog der Ausstellung wurde durch wertvolle
richtet war. Am 3.Juni 1912 feierte Eugen Bracht, i " ? .. . c °,.„u,!f,
. uti. j d j aij - Textbeitrage zu einer Festschritt erweitert, die eine
der seit zehn Jahren an der Dresdener Akademie . "*J J? .. .„ ui„n„or,„,,-0 ' »,
, t . p-ijuc. • i_ * . wichtige Ergänzung zu der Monographie von Max
das Lehramt für Landschaft inne hat, unter ganz . , P ' 6 . 1
außergewöhnlichen Ehrungen seinen 70. Geburtstag. Osborn bildet. Adolf Beyer ,
Der vortrefflich gelungenen Dresdener Ausstellung I
derBracht-Schule,dieWerkevonSchülernausdreißig DER KAMPF GEGEN DEN WIENER
Jahren Lehrtätigkeit enthielt, folgte dann in der
Vaterstadt Brachts, Darmstadt, die große Ausstel-
lung seines Lebenswerkes, veranstaltet von der t-w Kommune Wien hat dem Hagenbund, dessen
,Freien Vereinigung Darmstädter Künstler", die U Ausstellungslokal einen Teil einer städtischen

HAGENBUND

damit ihr Ehrenmitglied feiert. Diese Ueberschau, Markthalle einnimmt, plötzlich gekündigt, angeblich >

welche etwa 400 Werke vereinigt, gibt ein glänzen- wej] dieses Gebäude jetzt zu anderen Zwecken ver- «

des Bild vom Schaffen dieses Künstlers, das sich viel wendet werden soll; diese überraschende Maßregel, C

reicher und vielseitiger darstellt, als man seither zu der die Stadt wahrscheinlich alle formellen Rechte (j

wußte. Aus Privatbesitz — auch aus dem Aus- besitzt, macht den Hagenbund obdachlos, vernichtet (j

land — sind sehr viele ganz unbekannte oder längst die namhaften Investitionen, die er gemacht hat und {

vergessene Werke, alte und neuere, wieder aufge- ;st geeignet und bestimmt, die Existenz des Bundes f

taucht, viele deutsche Galerien stellten Hauptwerke m prage zu stellen. Im Ausland, wo er als die rührig- /

- ste und als die spezifisch Wienerische unter unseren /j

*) König Maximilian IL, 1848—1864. Künstlervereinigungen wohl bekannt ist, muß dieses 1

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